Löwen siegen gegen die Tigers ganz ausgefuchst

Basketball-Bundesliga: Fünfter Braunschweiger Heimerfolg in Serie.

Lucas Gertz (rechts) lieferte mit vier Punkten, sieben Assists und vier Ballgewinnen eine seiner besten Partien im Löwen-Dress ab. Foto: Thomas Ammerpohl

Von Christoph Matthies, 15.12.2015.

Braunschweig. Fast hatte man am Sonntagabend den Eindruck, die Löwen-Basketballer wollten ihren Gegner drei Viertel lang einlullen, um ihm dann in der Schlussphase den Todesstoß zu verpassen. Wie auch immer der Plan war, nach 40 Minuten stand in der Volkswagenhalle ein 83:79-Sieg gegen die Tigers Tübingen auf der Anzeigetafel.

Vielleicht mussten sich die Spieler des Braunschweiger Bundesligisten aber auch erst an ihren neuen Chef an der Seitenlinie gewöhnen: Co-Trainer Lars Masell übernahm die Geschicke des Teams für Headcoach Raoul Korner, der die Partie wegen einer Erkrankung nur vor dem Fernseher verfolgte. „Tübingen hat uns über 35 Minuten beherrscht“, kommentierte Masell hinterher. „Unsere Stärke ist die Verteidigung, die wir aber erst in den letzten fünf Minuten und dann mit viel Intensität aufs Parkett gebracht haben.“

Auch in der Offensive lief es gegen die Schwaben lange Zeit nicht rund, besonders im dritten und zu Beginn des letzten Viertels gingen einige leichte Korbleger daneben. Ein Layup von Amin Stevens nach tollem Assist von Lucas Gertz und ein Dreier von Keaton Grant Mitte des Schlussviertels (68:73) leiteten dann das gelungene Braunschweiger Comeback ein. Und sarkastisch ließ sich am Ende bemerken, dass es schon ganz schön ausgefuchst war, wie die Löwen die Tigers lange Zeit eingeschläfert hatten, um sie dann mit intensiverer Defensive und mehr Konzentration im Angriff zu vernaschen. Ein kurioser Dunk in den eigenen Korb von Tübingens Garlon Green besiegelte 0,4 Sekunden vor Schluss das Schicksal der Gäste.

Nach dem fünften Heimerfolg in Serie stehen Kenny Frease, Derek Needham und Co. weiterhin auf Rang acht der BBL-Tabelle (sieben Siege, fünf Niederlagen): zwei Punkte hinter den siebtplatzierten Münchener Bayern, zwei Punkte vor Phoenix Hagen auf Rang neun. Vor Weihnachten stehen nun allerdings noch die schwierigen Aufgaben am Sonntag in Bonn und im Heimspiel einen Tag vor Heiligabend gegen den FC Bayern an.

Während die Löwen also weiter um einen Playoff-Platz kämpfen, steht ein Braunschweiger schon jetzt ganz oben im BBL-Klassement. Durch seine 21 Punkte gegen Tübingen bleibt Keaton Grant der Topscorer der Liga – und das bei tollen Quoten (41 Prozent Dreier, 47,5 Prozent Feldwürfe, 92 Prozent Freiwürfe).

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