Mads Mikkelsen kommt zum 28. Filmfestival

Mads Mikkelsen ist der Stargast des 28. Internationalen Filmfestival Braunschweig vom 11. bis zum 16. November.

Mads Mikkelsen ist der Star des Braunschweiger Filmfestivals. Foto: Kohlhaas

Von André Pause, 29.10.2014.

Das traditionelle Branding – schwarzes Augenpaar auf gelbem Grund – tritt ein wenig in den Hintergrund, und auch der Name des Braunschweiger Filmfests wurde auf Filmfestival verlängert.

Die Werbewirksamkeit des Namens sei gerade auf internationalem Parkett – beispielsweise in Cannes – „gleich Null“ gewesen, berichtet der neue Direktor Michael P. Aust. Dessen Handschrift wird nicht nur durch diese auf den ersten Blick augenscheinlichen Veränderungen sichtbar.

Auch sonst gibt es mit der 28. Auflage vom 11. bis zum 16. November einige zumindest kleine Veränderungen. „Mein Wunsch ist, dass das Festival wächst und gedeiht. Dafür müssen die Voraussetzungen geschaffen werden“, so Aust, der mit seinem Team, wie er selbst sagt, in letzter Zeit ordentlich die Ärmel hochgekrempelt habe.

Die Verwurzelung in die Stadt hinein möchte der neue Mann an der Spitze nicht antasten, die sei in dieser Form kaum irgendwo anzutreffen. Insgesamt ist das Programm jedoch größer und disperser als jemals zuvor. 247 Kurz- und 85 Langfilme werden an fünf Tagen gezeigt. Im Publikumswettbewerb für europäische Debüt- und Zweitfilme präsentiert das Festival zehn Produktionen aus zehn Ländern, darunter acht deutsche Premieren.

Der mit 10 000 Euro dotierte Hauptpreis „Europa“ für herausragende darstellerische Leistungen und Verdienste um die europäische Filmkultur geht in diesem Jahr an den dänischen Schauspieler Mads Mikkelsen, der in letzter Zeit vor allem durch die Fernsehserie „Hannibal“ einen Popularitätsschub erhalten hat. „Das Preisgeld entspricht mittlerweile wohl nicht einmal mehr seiner Tagesgage“, unkt Aust im Rahmen der Pressekonferenz, und verweist nebenbei darauf, dass der Star trotz Drehstress extra für ein Werkstattgespräch und die Ehrung aus Toronto nach Braunschweig kommt.

Modifiziert wurden die einzelnen Schienen des Festivals. Neben neuen deutschen und internationalen Filmen sowie dem Wettbewerb, gibt es unter anderem einen Slot zum 25-jährigen Jubiläum des Mauerfalls („Behind the Wall“). Stärkeres Augenmerk hat Aust auch auf den Kurzfilm gelegt: „Den haben wir quasi mit einem eigenen kleinen Festival aufgewertet.“ Gezeigt wird dieser Slot im Roten und im Blauen Saal. Ebenso steht die Musik im Film nun mehr im Fokus. Dabei ist dem Komponisten Jean-Michel Bernard ein sechsteiliges Porträt in der Reihe „Musik & Film“ gewidmet. Seine Erzählerqualitäten stellt der Franzose zudem am 14. November im Städtischen Museum bei „Talking Piano“ unter Beweis. Die beliebte Musikfilmreihe Sound On Screen ist mit einer Festivaledition dabei. Neben „God Help the Girl“ von Belle&Sebastian-Sänger Stuart Murdoch enthält diese aktuelle Dokumentationen und Konzertfilme zu Acts wie Björk, Pulp oder Elliott Smith.
Neu ist darüber hinaus die Zusammenarbeit über die Stadtgrenzen hinaus mit dem Kunstmuseum Wolfsburg für die Reihe „RealSurreal“. Auch die Schiene für „Filme aus Braunschweig“ (unter anderem in Zusammenarbeit mit den Filmklassen der HBK) wurde territorial eher großzügig bemessen.

Beginn des Filmfestivals ist am 11. November mit der deutschen Premiere des Filmkonzertes „Alice im Wunderland – Disney in Concert“ in der Regie von Tim Burton. Das Staatsorchester Braunschweig spielt unter Leitung von Helmut Imig. Der Vorverkauf des Festivals startet am 7. November im C1 Cinema und im Universum Filmtheater. Infos: www.filmfest-braunschweig.de .

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