7. Januar 2014
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„Man muss den Blick nach vorne richten“

Oomph!-Night: 25th Anniversary Party mit Dero, Flux, Crap & Special Guest an diesem Freitag in der Meier Music Hall.

Oomph!-Sänger Dero.

Von André Pause, 08.01.2014.

Am Freitag (10. Januar) steigt in der Meier Music Hall die Oomph!-Night anlässlich des 25-jährigen Jubiläums der Band. André Pause hat vorab mit Frontmann Dero gesprochen.

? Dero, Ihr feiert in diesem Jahr 25-jähriges Bandjubiläum. Bei Eheleuten wäre jetzt Silberhochzeit angesagt. Wie fühlt sich das für Euch an?

!Man wächst da ja so rein in die Materie, von daher ist es ein Prozess, der nicht von heute auf morgen geschieht. Retrospektiv macht es einen natürlich auch stolz, wenn man als Band so lange zusammengehalten hat. Was nicht selbstverständlich ist. Ich denke, das ist der Tatsache geschuldet, dass wir uns unseren Erfolg über Jahre hart erarbeiten mussten. Wir haben den großen Durchbruch erst spät erfahren und waren auch in einem Alter, wo uns das nicht so überrollt hat. Wir wussten das schon einzuordnen.

? Haben diese Umstände die Sache für Euch leichter gemacht?

! Auf der einen Seite leichter, psychologisch, auf der anderen Seite aber auch schwerer, weil du eben länger und härter arbeiten musst. Heute zielt alles auf den schnellen Erfolg ab. Die Casting-Shows haben da ihren Anteil dran, die suggerieren einem Musiker, dass man möglichst schnell erfolgreich sein muss. Das, denke ich, ist jedoch nicht das richtige Signal für Kunst. Kunst braucht Zeit, sich zu entwickeln, um eine gewisse Authentizität zu erlangen. Das kann sie nur aus sich selbst heraus.

?Woran machst Du fest, dass Oomph! solch ein Langzeitding geworden ist?

!Daran, dass wir die Fannähe nicht verloren haben, aber trotzdem nicht zur Marionette des Fangeschmacks geworden sind. Die treue Fanbasis hat uns über Jahre die Stange gehalten. Wir haben sehr viele Fans, die seit der ersten Stunde dabei sind. Die wissen es zu schätzen, dass wir unbeirrt unseren Weg gehen. So wird uns das vermittelt – im Netz oder auf Partys, wie wir sie jetzt wieder an den Start bringen.

? Ihr habt euch aus der Nische EBM und Cross-over heraus immer wieder anderen Stilrichtungen geöffnet. In welchen musikalischen Genres könntest du dir Oompf! noch vorstellen?

! Wir sind offen für alles, was uns selbst bewegt, gehen mit offenen Augen durch die Welt und saugen das Weltgeschehen in uns auf. Das beeinflusst und verändert uns natürlich auch. Wir sind Menschen, die nicht grundsätzlich Angst oder Scheu vor Veränderungen haben. Das strahlt auch auf unsere Musik ab. Das bedeutet allerdings nicht Veränderung um jeden Preis. Das darf dann auch nicht mit der Brechstange erfolgen, es muss glaubwürdig bleiben.

? Welches sind für dich die schönsten, vielleicht auch denkwürdigsten Momente eurer Bandgeschichte?

!Immer, wenn du das erste Mal in einem Land spielst, wo du noch nicht gespielt hast. Der erste Auftritt in Amerika, in New York im Limelight, war eine tolle Sache: Ausverkauftes Haus, die Leute haben unsere Songs auf Deutsch mitgesungen. Da hat man schon Gänsehaut bekommen. Natürlich das Duett mit Nina Hagen. Das war eine tolle Erfahrung, genauso wie der Gewinn des Bundesvision Songcontest. Ein Platin- oder Gold-Award ist auch schön. Das ist wie die Ernte jahrelanger Arbeit. Letztlich muss man den Blick aber nach vorne richten, darf sich nicht auf den Lorbeeren ausruhen.

?Am Freitag steht die Oomph!-Night auf dem Programm. Was wird es dort geben?

!Wenn wir eine Oomph!-Night machen, ist das etwas völlig anderes als ein Konzert. Das bedeutet Oomph! hautnah. Wir mischen uns unters Volk, haben Autogrammstunden, machen Fotosessions mit den Fans, und man kann Small Talk mit uns halten, Flippern oder Kickern. Ich lege als DJ meinen Musikgeschmack auf. Außerdem haben wir einen Special Guest, die extra aus Moskau einfliegt und auf dem Piano einige Oomph!-Songs spielt. Das sind alles Besonderheiten, die es bei Oomph!-Konzerten nicht gibt.

? Ein Ausblick zum Schluss: Arbeitet Ihr an einem neuen Album? Werdet Ihr in 2014 live zu sehen sein?

!Wir werden dieses Jahr mit Sicherheit live zu sehe sein, und werden alles dransetzen, unser Album so schnell wie möglich fertigzukriegen. Wir haben jetzt fast 70 Songs komponiert, dementsprechend steht der Produktion des neuen Albums nichts mehr im Weg, wir müssen es halt nur straight durchziehen.

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