Marienstift eröffnet Zentrale Notaufnahme

Neue Räume, neue Organisationsstruktur, um Patienten eine ärztliche und menschliche Behandlung auf hohem Niveau bieten zu können

Ekkehard Möbius (von links), Udo Schwippel, Jörg Waldmann, Katja Seiler-Böttcher und Rainer Prönneke in dem neuen Überwachungszimmer. Florian KleinschmidtBestPixels.de

Viewegsgarten. Im Vergleich zum Klinikum ist das Marienstift in der Helmstedter Straße ein kleines Haus. Die Vorteile, die damit verbunden sind, nämlich kurze Wege und die persönliche, familiäre Atmosphäre, will das Marienstift nun auch in seiner neuen Zentralen Notaufnahme voll ausspielen.

Auch wenn’s in einer Notaufnahme meistens schnell gehen muss, soll auch hier der Geist des konfessionellen Krankenhauses herrschen. Eine ganzheitliche Herangehensweise und der achtsame und aufmerksame Umgang mit dem Patienten steht mit der medizinischen Versorgung ganz oben auf der Prioritätenliste. „Der Fokus im Haus liegt auf Menschen, die einer besonderen Fürsorge bedürfen“, sagt Dr. Udo Schwippel, Ärztlicher Leiter der Notaufnahme. Gemeint sind Menschen mit Behinderungen, ältere Menschen, dementiell Erkrankte. Das Marienstift öffnet sich nun einer größeren Anzahl von Patienten, will seiner Leitlinie aber treu bleiben. „Wir wollen unseren Teil zur Notfallversorgung in der Stadt beitragen“, sagte Dr. Rainer Prönneke (Chefarzt Medizinische Klinik).

Neu: spezielle Notfallbetten

Drei Behandlungszimmer wurden eingerichtet, neu ist außerdem ein Raum mit zwei Notfallbetten, in denen Patienten permanent überwacht werden können. Im Hintergrund gibt es zudem die Intensivstation. Nach dem weltweit etablierten Manchester-Triage-System wird eingeschätzt, wie ernst der jeweilige Fall ist, wer zuerst behandelt werden muss. Auch bislang war das Marienstift schon an zwei Tagen in den städtischen Notdienst eingebunden. Eine Vorauswahl, wer im Notfall ins Marienstift gebracht wird, treffen die Rettungsdienste. „Wir haben beispielsweise keine Unfallchirurgie“, sagt Dr. Ekkehard Möbius, Chefarzt Chirurgische Klinik. Ein Patient mit Verdacht auf akute Blinddarmentzündung wäre bei ihm aber genau richtig.

Fahrplan von der Aufnahme bis zur Nachsorge

Zur strukturierten Erstversorgung gehöre, dass bereits bei der Aufnahme ein Fahrplan festgelegt wird, wie es weitergeht, erläuterte Pflegedirektor Jörg Waldmann. Der direkte Kontakt zum niedergelassenen Arzt werde auch in der Nachsorge gehalten.
Mit der neuen Zentralen Notfallaufnahme sei eine interne Neuordnung verbunden. Das Ziel: Informationslücken schließen. „Wir hatten vorher mehrere Ambulanzen, jetzt haben wir eine Stelle, an der kompetent Auskunft über den Patienten gegeben werden kann“, erläuterte Schwippel. Angestrebt werde eine bessere Verzahnung von ambulanter und stationärer Behandlung.

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