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„Mehr als 20 Millionen Euro in konkreten Projekten“

Vorstandsvorsitzender Jürgen Brinkmann im Gespräch über die Geburtsstunde der Volksbank BraWo Stiftung und United Kids Foundations

Jürgen Brinkmann, Vorstandsvorsitzender der Volksbank BraWo. privat

Braunschweig. Die zündende Idee kam auf dem Mittelmeer. Mit Peter Maffay in einem Boot. „Ich hatte den Sänger kurz zuvor bei einem Termin in Braunschweig kennen- und schätzen gelernt“, blickt Jürgen Brinkmann zurück. Der Vorstandsvorsitzende der Volksbank BraWo ist, gemeinsam mit dem Münchner Robert Lübenoff, sozusagen der „Vater“ der United Kids Foundations.

Der Anfang auf Mallorca

„Peter Maffay hatte von seiner Stiftung erzählt und mir später auf Mallorca gezeigt, wie seine Hilfe funktioniert“, erzählt Brinkmann, „das hat mich beeindruckt.“ Auf einem kleinen Fischerkahn sind die beiden Männer schließlich übers Meer geschippert, haben über das Leben im Allgemeinen und über arme Kinder im Besonderen gesprochen.
Zurück in Braunschweig, bekam die Volksbank gerade 20 Millionen Euro Gewinn aus einer Beteiligung. „Damals waren die Steuergesetze noch andere, jedenfalls mussten wir auf diesen Gewinn keine Steuern zahlen“, sagt Brinkmann und ist noch heute verwundert: „Wer macht solche Gesetze?“ Kurzum, er fand und findet bestimmte Regelungen ungerecht und schlug seinem Aufsichtsrat vor, zehn Millionen von dem unerwarteten Gewinn für eine Stiftung zu nutzen. Die Geburtsstunde der der Volksbank BraWo Stiftung und der United Kids Foundations. Das war 2005.
Die Idee dahinter: „Nicht nur einfach spenden, sondern das vorhandene Engagement verstärken“, erklärt Brinkmann. Im speziellen Fall meint das: „Ein Euro von der Bank, ein Euro von unseren Kunden, ein Euro aus bundesweit agierenden Firmen“, erklärt der Vorstandsvorsitzende.

Die erste Aktion damals: Kinder aus Braunschweig dürfen einen Urlaub in den Kinderhäusern von Peter Maffay auf Mallorca verbringen. „Die TUI hatte die Flugkosten übernommen, also nahmen wir Kontakt auf zu Institutionen in Braunschweig, die mit Kindern aus ärmeren Familien zu tun haben, um ihnen unser Angebot zu machen“, erzählt Brinkmann. Doch die Reaktion war ablehnend, kein Platz konnte besetzt werden. „Uns schlug Misstrauen entgegen“, weiß Brinkmann noch genau, „die Verantwortlichen hatten Angst, wir würden die Kinder nur als PR-Gag missbrauchen.“
Das hat sich inzwischen gründlich geändert. „Die United Kids Foundations genießt höchstes Vertrauen“, freut sich Brinkmann. Es ist „sein“ Kind und damit auch ein Kind der Volksbank. „Schon lange bevor ich bei der Volksbank angefangen habe, hat sich die Bank um karitative Zwecke gekümmert“, gibt er zu bedenken. Aber mit und unter ihm, hat das Ganze Fahrt aufgenommen, die Stiftung ist ein Erfolgsmodell. „Wir beschäftigen heute fünf Vollzeitkräfte, die sich nur um dieses Thema kümmern“, macht Brinkmann die Dimension deutlich.

„Wir sind inzwischen ein kleiner Konzern“

Der Erfolg der Bank ermöglicht diesen Einsatz. „Zweck einer Volksbank ist die Förderung der Mitglieder und Kunden“, erklärt Brinkmann. Die Volksbank BraWo gehört jetzt mehr als 50 000 Eigentümern. „Eine Vertreterversammlung entscheidet, was wir wann tun, es geht absolut basisdemokratisch zu bei uns. Und: kein Geld geht an Dritte.“
In den vergangenen Jahren hat sich so das Geschäftsmodell ausgeweitet, heute zählen 95 Unternehmen zur Volksbank BraWo, Privatbank, Immobilienverwaltungen und mehr. „Wir sind ein eigener kleiner Konzern“, beschreibt Brinkmann das Modell. Die Mitarbeiterzahl ist im gleichen Zeitraum von rund 200 auf knapp 1000 gestiegen. „Und die allermeisten davon leben den karitativen Gedanken unseres Hauses mit“, freut sich der Chef.

Der Erfolg der Bank ist auch der Erfolg der Stiftung. „In den vierzehn Jahren ihres Bestehens hat die Stiftung mehr als 20 Millionen Euro für konkrete Projekt ausgegeben“, macht Brinkmann deutlich. Nur langfristige Projekte werden unterstützt, es gibt enge Verbindungen zu fast allen Kindergärten und Grundschulen der Region, Lehrer, Rektoren, Großeltern – alle sind über die Stiftung vernetzt. Inzwischen weit über Braunschweig hinaus. Mit viel prominenter Unterstützung: Henry Maske, Matthias Sammer oder Franziska van Almsick beteiligen sich mit ihren Programmen genauso wie der Deutsche Kinderschutzbund oder die Stiftung RTL – Wir helfen Kindern. „Durch die Zusammenführung von bundesweit tätigen Partnern und regionalen Organisationen ist ein einzigartiges Netzwerk für Kinder und Jugendliche entstanden“, freut sich Brinkmann.

„Kein Euro Spendengeld verlässt unsere Region“

Jetzt, beim walk4help beispielsweise, gehört die Schauspielerin Uschi Glas zu den Botschaftern. Sie will ihr Projekt „brotZeit“ mit den Spenden auf 20 Grundschulen ausweiten.„Natürlich nur in unserer Region“, versichert Brinkmann, „noch nie hat ein Euro der United Kids Foundations die Region verlassen“, versichert er, „das haben wir in unserer Satzung der Stiftung festgeschrieben.“

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