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„Mensch, ihr seid aber schön verkleidet!“

Polizisten müssen im Karneval vor allem eins: Humor verstehen

Polizeisprecherin Carolin Scherf. Foto: oh

Innenstadt. Die Kölner schießen wie immer den Vogel ab: Wer dort als Polizist im Karnevalsumzug im Einsatz ist,muss mit allem rechnen – von der geraubten Dienstmütze bis zum überschwänglichen Küsschen.

„Die Braunschweiger sind da doch ein bisschen zurückhaltender“, sagt Carolin Scherf lachend. Dennoch: Der erste Einsatz im Schoduvel war für die Pressesprecherin der Polizei „eine ganz neue Erfahrung.“

Große Dankbarkeit

Seit rund elf Jahren ist Scherf bei der Polizei Braunschweig. Vorher hieß ihr Einsatzort Göttingen und dort ist der Straßenkarneval unbekannt. „Klar, musst du dich erst einmal an Sprüche wie ‘Mensch, ihr seid ja schön verkleidet’, gewöhnen“, sagt Scherf. Trotzdem schätzt sie inzwischen die Einsätze beim Schoduvel. „Am Ende des Umzugs wird uns eine solche Dankbarkeit entgegengebracht – das bekommst du bei keinem anderen Einsatz zurück“, ist die Polizeioberkommissarin von den Braunschweiger Narren begeistert.

2015 veränderte alles

Diese Dankbarkeit ist vor allem seit 2015 spürbar, als sich die Rolle der Polizei im Schoduvel noch einmal komplett änderte. Damals wurde Norddeutschlands größter Karnevalsumzug aufgrund einer Bombendrohung abgesagt. Der Schock saß tief. Wie konnte die Sicherheit der Narren in Zukunft garantiert werden? Antwort: Mit einem ausgefeilten Sicherheitskonzept.

Keine Gefahr

„Der Schoduvel fällt bei uns in die Rubrik ‘Großeinsatz’“, sagt die Polizeisprecherin. Ganze Hundertschaften sichern die Strecke ab, kontrollieren die Straßensperren, ziehen alkoholisierte Zuschauer aus dem Verkehr.
„Das heißt für uns: Man kann sich nicht aussuchen, ob man beim Umzug eingesetzt werden will oder nicht – man wird auf jeden Fall mit eingeplant“, sagt Scherf über einen Einsatz, der mit Überstunden und auch einer gewissen Anspannung verbunden ist. „Seit 2015 ist auch für uns nichts mehr wie es war“, gesteht die Polizeisprecherin, gibt aber auch noch mal Entwarnung: „Es gibt keinerlei Anzeichen für eine konkrete Gefahrenlage.“

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