Meyer: „Frust in Wut umwandeln“ | Neue Braunschweiger
5. Dezember 2020
Sport

Meyer: „Frust in Wut umwandeln“

Eintracht heute gegen den FC St. Pauli – Abdullahi wieder im Mannschaftstraining

Zurück im Training: Suleiman Abdullahi. Foto: imago images

Braunschweig. Heute um 13 Uhr empfangen die Löwen den FC St. Pauli zum ersten von insgesamt vier Heimspielen in der Adventszeit. Zum dritten Mal hintereinander steht der Mannschaft von Daniel Meyer dabei ein „Sechs-Punkte-Spiel“ gegen einen Mitkonkurrenten bevor.

„Das Spiel in Darmstadt hat uns wehgetan und war ein Erlebnis, das wir uns gerne erspart hätten“, blickt der Eintracht-Coach auf das 0:4 in der Vorwoche zurück, als seine Mannschaft schon in der Anfangsphase mit 0:2 ins Hintertreffen geraten war und durch einen weiteren Doppelschlag noch vor der Pause mit 0:4 zurücklag. Dennoch befürchtet der 41-Jährige durch den schwachen Auftritt keine „Negativspirale“, sondern will die Scharte nach intensiver Fehleranalyse unter der Woche heute beim Spiel gegen die Hamburger auswetzen. „Frust in Wut umwandeln“ soll das Motto gegen die Kiezkicker lauten, die ihrerseits stark unter Druck stehen und dringend auf Zählbares angewiesen sind.

Individuelle Aussetzer zu eliminieren, war unter der Woche eines der Hauptthemen bei den Löwen, die durch grobe Schnitzer gegen den KSC und die Lilien zweimal hintereinander auf die Verliererstraße geraten sind. „Wir brauchen eine andere Gradlinigkeit und müssen die Sorglosigkeit ablegen“, fordert Meyer, der mit seiner Mannschaft über erfolgreich praktizierten Ballbesitzfußball auch gegen vermeintlich stärkere Gegner bereits zum Erfolg gekommen war. „Ballbesitzfußball hat aber auch immer etwas mit Selbstbewusstsein zu tun“, so der Fußball-Lehrer, der aktuell die Notwendigkeit sieht „die Dinge zu vereinfachen“, um wieder auf die Erfolgsspur zu gelangen: „Wir haben sehr klar angesprochen, dass es momentan nicht darum geht, die beste Struktur zu haben, sondern darum, Punkte zu sammeln.“

Auch personell steht einiges auf dem Prüfstand, insbesondere die Torhüterposition rückte zum wiederholten Mal in den Fokus. Ob Felix Dornebusch gegen die Hamburger im Kasten stehen wird oder durch Jasmin Fejzic oder Marcel Engelhardt abgelöst wird ließ Meyer offen: „Wenn wir der Meinung sind, dass es einen Mehrwert hat, schließen wir das nicht aus. Wir haben personell schon einiges probiert und müssen ein Gefühl dafür entwickeln, wer in der jetzigen Situation die Stabilität hat uns zu helfen.“

Während Martin Kobylanski wieder eine Option für die Startelf sein dürfte, fällt Nico Klaß mit einer Schambeinentzündung ebenso wie Niko Kijewski (Reha nach Kreuzbandriss) weiterhin aus. Leon Bürger, der einen Mittelfußbruch erlitten hatte, kann aktuell immerhin wieder Laufeinheiten absolvieren. Auch Suleiman Abdullahi (Knieprobleme) stand unter der Woche im Training und macht laut Meyer sehr gute Fortschritte. Dass es nach knapp zweimonatiger Ausfallzeit schon heute zu einem Kaderplatz für den Nigerianer reicht, sieht er allerdings skeptisch: „Wir schauen von Tag zu Tag und müssen immer wieder abwarten wie das Knie die Belastung verträgt.“

So könnten sie spielen: Fejzic (Engelhardt/Dornebusch) – Schlüter, Nikolaou, Wydra (Ziegele), Kessel – Kammerbauer, Kroos (Ben Balla) – Kobylanski – Proschwitz, Kaufmann.

Auch interessant