Meyer: „Wir werden wieder aufstehen“ | Neue Braunschweiger
7. Oktober 2020
Sport

Meyer: „Wir werden wieder aufstehen“

Eintracht unterliegt Hannover deutlich – Bislang noch keine Neuverpflichtung

Die Mannschaft konnte im Derby nicht überzeugen. Foto: Paetzel/imago images

Braunschweig. Mit einem Fiasko endete der Derby-Auftritt von Eintracht bei Hannover 96. Mit 1:4 unterlagen die Löwen trotz ihrer glücklichen Führung, die Martin Kobylanski im zweiten Durchgang erzielt hatte. Anschließend brach das Team jedoch komplett auseinander und ließ sich von den „Roten“ düpieren, sodass am Ende eine ganz bittere Niederlage stand.

In der Länderspielpause bleibt nun Zeit, an den Defiziten zu arbeiten, um einen drohenden Fehlstart abzuwenden. „Wir haben schon beim Warmmachen gemerkt, dass die Mannschaft sehr nervös war“, beschlich den Eintracht-Coach schon vor der Partie ein ungutes Gefühl.

Die „Roten“ starteten zwar furios mit einem Lattentreffer in die Partie, konnten ihre spielerische Überlegenheit aber nicht in Tore ummünzen, weil oft nur ungenaue Abschlüsse zu verzeichnen waren. Auffällig war die hohe Anzahl von Fehlpässen in Umschaltmomenten, die es den Löwen nahezu unmöglich machte, nennenswert Gefahr auf den Kasten von 96-Keeper Esser zu bringen, der erst kurz vor der Pause zum ersten mal eingreifen musste. „Wir haben keine gute erste Halbzeit gespielt, hatten ganz wenig Zugriff und sind viel hinterhergelaufen. Mit viel Einsatz haben wir versucht, das 0:0 zu verteidigen, dabei aber viel Kraft gelassen“, erklärte Meyer.

Im zweiten Durchgang kam den Löwen das Glück zur Hilfe. Eine Hereingabe von Robin Ziegele zirkelte Kobylanski per Direktabnahme zur überraschenden Führung ins rechte obere Eck (51.), doch nur Minuten später antwortete Linton Maina mit dem Ausgleich (54.). Anschließend fiel die Blau-Gelbe Defensive weitestgehend auseinander und ließ noch drei weitere Treffer zu.
„Wir haben den Ausgleich zu zeitig bekommen und im weiteren Spielverlauf nicht mehr gut verteidigt“, kritisierte der Eintracht-Trainer seine Mannschaft, gab aber auch zu bedenken, dass sie sich in dieser Spielzeit schon anders präsentiert habe: „Heute war es zu wenig, allerdings haben wir auch schon ein anderes Gesicht gezeigt. Wir werden wieder aufstehen.“ Deutlich war für den 41-Jährigen, dass der Ausfall von Niko Kijewski den Hannoveranern in die Karten gespielt hat: „Wir mussten ein bisschen hin- und herbauen, man hat gesehen, dass Dinge unter Druck nicht richtig eingespielt sind.“ Aus diesem Grund hätte Meyer gerne noch einen Ersatz für den verletzten Linksverteidiger, was bis zum Ende des Transferfensters am Montagabend aber nicht realisiert werden konnte. Bislang passte noch kein Spieler ins Anforderungsprofil der Löwen, die ihr Geld nicht in kurzfristige Lösungen investieren wollen, sondern nur auf der Suche nach einer deutlichen Verstärkung sind. Nun bietet sich bis zum Wintertransferfenster ab 2. Januar noch die Möglichkeit, vertragslose Spieler zu verpflichten. Denkbar ist aber auch, dass der Verein erst dann tätig wird, da bis Weihnachten erst 13 Punktspiele absolviert sein werden.

Mannschaft: Dornebusch (3,5) – Nikolaou (4), Wydra (5), Schultz (5) – Ziegele (4,5), Ben Balla (5), Kroos (5), Kessel (4) – Kobylanski (4) – Abdullahi (5), Kaufmann (4).
Eingewechselt: 46. Bär (4) für Abdullahi; 76. Proschwitz (-) für Kaufmann; 84. Y. Otto (-) für Ben Balla; Schlüter (-) für Ziegele.
Tore: 0:1 (51.) Kobylanski (Vorarbeit Ziegele); 1:1 (54.) Maina; 2:1 (71) Weydandt; 3:1 (74.) Hult; 4:1 (86.) Haraguchi
Zuschauer: 7300
Chancenverhältnis: 6:2
Eckballverhältnis: 4:4
Gelbe Karten: Kessel, Schultz, Wydra.

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