Minister nahm sich Zeit zum Zuhören | Neue Braunschweiger
22. Juli 2020
Wirtschaft

Minister nahm sich Zeit zum Zuhören

Wirtschaftsminister Bernd Althusmann besuchte Braunschweig – Handel hat viele Sorgen

Galerist und AAI-Vorsitzender Olaf Jaeschke (r.) begrüßte Niedersachsens Wirtschaftsminister Bernd Althusmann (l.) am Montag zum Sommerspaziergang in Braunschweig. Außerdem dabei: AAI-Vorstandsmitglied Mirko Rüsing (Media Markt, 2. v. l.)), Mark Alexander Krack (Dehoga) sowie CDU-Bundestagsabgeordneter Carsten Müller (2. v. r.). Foto: Ansgar Wilkendorf / oh

Innenstadt. Erst Galerie Jaeschke, dann Buchhandlung Graff, mal kurz hinüber zu Summersby und dann entspannt aufs Soldekk: Ohne Corona hätte es ein rundum schöner Stadtbummel werden können, so hörte Niedersachsens Wirtschaftsminuister Bernd Althusmann (CDU) viel von den Sorgen der Einzelhändler. Und trotzdem: Es hat ihm in Braunschweig gefallen, er nahm sich viel Zeit.

Galerist und AAI-Vorsitzender Olaf Jaeschke hat durch seine Tätigkeit beim Handelsverband engen Kontakt zum Minister und machte dessen Besuch in Braunschweig klar. Es gab viel zu bereden, denn der Karstadt-Betriebsrat hat Jaeschke um Unterstützung gebeten, um die drohende Schließung des Sporthauses abzuwenden. „Die Miete wurde reduziert, sodass Karstadt Sports die Chance hat, wieder schwarze Zahlen zu schreiben“, sagte AAI-Vorsitzender Jaeschke. Ein entsprechender Vorschlag des Vermieters läge bei Karstadt auf dem Tisch. Althusmann sei gebeten worden, darauf bei Karstadt hinzuweisen.

Auch die Maskenpflicht würden die Einzelhändler gern fallen sehen. Shoppen mit Maske sei kein Vergnügen. Speziell die kleineren Händler in der Innenstadt merken das an drastischen Umsatzeinbußen. „Auch wir haben zu kämpfen“, sagte Jaeschke. Minister Althusmann äußerte Verständnis. Doch zunächst müsste abgewartet werden, wie sich das Infektionsgeschehen nach den Sommerferien entwickele, bis über weitere Lockerungsschritte nachgedacht werden könnte.
Um die Zeit bis dahin zu überstehen, soll die Verzahnung von Off- und Onlinehandel vorangetrieben werden. Wie das gehen kann, dafür gibt die Buchhandlung Graff ein gutes Beispiel. Andere tun sich dagegen noch schwer. Hier sei deshalb Unterstützung gefragt, ebenso wenn es um die Gewährung von Förderkrediten geht. Der Einzelhandel bemängelt Verzögerungen, weil sich die Kreditabwicklung für die Banken vor Ort nicht lohne.

Althusmann machte den Händlern übrigens keine Hoffnung, dass der Braunschweiger Weihnachtsmarkt in diesem Jahr in bisheriger Form stattfinden kann. Er forderte die Braunschweiger auf, Alternativkonzepte zu entwickeln und ihm zu schicken.

Jaeschkes Fazit zum Abschluss des Ministerbesuchs in Braunschweig: „Es war gut. Niemand konnte erwarten, dass er uns sagt, im Herbst ist Corona vorbei. Aber die Wahrnehmung tat gut.“
Der CDU-Bundestagsabgeordnete Carsten Müller rief dazu auf, lokale Angebote zu nutzen und den Braunschweiger Einzelhandel zu unterstützen. So könne jeder dazu beitragen, die Folgen der Coronakrise abzufedern.

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