Ministerin will Weihnachtsmarkt | Neue Braunschweiger
18. September 2020
Buntes

Ministerin will Weihnachtsmarkt

Dr. Carola Reimann lässt sich von den Schaustellern vor Ort zeigen, wie es funktionieren könnte

Stefan Franz, Carlo Beinhorn (links) und Thomas Bronswyk (ganz rechts) vom Schaustellerverband hatten Ministerin Dr. Carola Reimann zu Gast (Mitte). Rechts neben ihr der Abgeordnete Christoph Bratmann und Nina Frenzel vom Stadtmarketing. Foto: privat

Braunschweig. „Ich will, dass wir Weihnachtsmärkte haben“, sagt Dr. Carola Reimann fast ein wenig trotzig. Die Sozialministerin ist einer Einladung von Christoph Bratmann gefolgt. Der Braunschweiger Landtagsabgeordnete hatte nach Gesprächen mit den Schaustellern in Braunschweig die Idee, der Ministerin vor Ort zu zeigen, was geht.

„Wir haben uns auch schon in Hannover getroffen und über die Möglichkeiten gesprochen“, sagt die Ministerin, „aber das Gespräch mit den Praktikern vor Ort gibt mir nochmal wichtige Eindrücke.“
Auch Thomas Bronswyk war beteiligt, den Besuch der Ministerin einzufädeln. „Wir wollten nicht erklären, sondern zeigen, was möglich ist und was funktioniert“, sagt der stellvertretende Vorsitzende des Schaustellerverbandes. Und das ist geglückt. „Mein Besuch hat mich noch einmal bestärkt darin, dass ein Weihnachtsmarkt möglich ist. Wenn auch anders als gewohnt.“

„Die Braunschweiger Schausteller haben jetzt fünf bis sechs Wochen Erfahrung mit dem neuen coronabedingten Kirmes-Modell und sie haben gezeigt, dass es geht“, freut sich Ministerin Carola Reimann. Deshalb geht sie davon aus, dass ein Weihnachtsmarkt möglich sein wird. „Nicht so wie sonst, aber dafür eben etwas Neues.“
Und dass das Neue durchaus funktioniert, haben die Schausteller erlebt. „Wir hatten anfangs Angst vor negativen Stimmen, dass wir Menschenansammlungen provozieren oder ähnliche Vorwürfe, aber die Zeit hat uns gezeigt, die Besucher sind vernünftig, es funktioniert.“

Am morgigen Sonntag (20. September) werden die meisten Geschäfte abgebaut, fünf oder sechs Buden dürfen stehen bleiben, weil sie auch am verkaufsoffenen Sonntag eine Woche später (27. September) dabei sind.
25 Schaustellerbetriebe hatten das Angebot des Stadtmarketings angenommen, beim „Stadtsommervergnügen“ mitzumachen. „Zunächst war die Aktion bis Ende August geplant, aber es lief so gut, dass wir um Verlängerung baten“, erzählt Thomas Bronswyk. Dem ist die Stadt nachgekommen und hat noch einmal drei Wochen angehängt. Jetzt blicken die Schausteller gespannt in Richtung Weihnachten.

Aber spätestens mit dem jetzigen Besuch der Ministerin ist die Hoffnung groß, dass es klappen wird. Irgendwie.
Auch die Stadtmarketing GmbH wünscht sich, dass der Braunschweiger Weihnachtsmarkt stattfindet. „Die Planungsmöglichkeiten sind derzeit aber leider begrenzt, da es gilt, die dann gültige Landesverordnung umzusetzen. Noch ist nicht abzusehen, wie diese aussehen könnte und die Landesregierung hat sich noch nicht positioniert. Das erschwert unsere Vorbereitungen und macht eine abschließende Bewertung unmöglich“, erklärt Stadtmarketing-Chef Gerold Leppa.

Alle warten jetzt also auf die Entscheidung aus Hannover. Hier sind in naher Zukunft weitere Gespräche auch mit den Schaustellern geplant, bestätigt Pressesprecher Oliver Grimm. Aber allen ist auch klar, dass die Unberechenbarkeit der Corona-Entwicklung eine frühzeitige Festlegung schwierig macht.

„Im Kern spielen wir bei den Szenarien verschiedene Möglichkeiten durch, wie wir die Laufwege breiter machen können. Auch die Machbarkeit der aktuell geltenden Regelung für Spezialmärkte wie den Weihnachtsmarkt, nämlich Eintrittsgeld und Zugangskontrollen mit Kontaktnachverfolgung prüfen wir“, so Leppa weiter. Dabei sei schon jetzt klar, dass die Vorgaben zu ganz erheblichen Zusatzkosten für die Braunschweig Stadtmarketing GmbH als Veranstalterin führen werden. Auch die Folgen dezentraler Konzepte und einer verminderten Kapazität des Weihnachtsmarktes für die übrigen Bereiche der Stadt seien dabei im Blick.

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