Misere in den Griff bekommen | Neue Braunschweiger
3. Februar 2016
Politisches

Misere in den Griff bekommen

Linke und Bibs kritisieren Kostenexplosion der Wasserwelt – und die Maßnahmen dagegen.

Die Wasserwelt – ein Zuschussgeschäft? Linke und Bibs meine Ja und verlangen Verbesserungen. Archiv-Foto: T.A.

Von Birgit Leute, 03.02.2016.

Teures Badevergnügen: Die explodierenden Kosten der „Wasserwelt“ samt ihrer mäßigen Besucherzahlen treiben die Ratsfraktionen der Linken und der Bibs um.

„Wie wollen Sie die Misere in den Griff bekommen?“, wandte sich Udo Sommerfeld, Fraktionsvorsitzender der Linken, an den Ersten Stadtrat Christian Geiger. Sommerfelds Rechnung: 2006 hätte der Zuschussbedarf zum Spaßbad rund 4,6 Millionen Euro betragen. „2016 wird er sich vermutlich schon auf
8,8 Millionen Euro belaufen“, so der Fraktionsvorsitzende.

Geiger verwies auf die gestiegenen Lohn- und Energiekosten in den vergangenen Jahren. „Allein die Personalkosten kletterten von rund 3,8 Millionen Euro im Jahr 2006 auf rund 5,6 Millionen Euro in 2014 – Ausgaben, die mit den sozialverträglichen Eintrittspreisen nicht aufgefangen werden konnten“, sagte der Erste Stadtrat.

Die Stadtbad GmbH habe schon gegengesteuert: Um das Bad attraktiver zu machen, sei die Kritik der Badegäste ernst genommen und Nachbesserungen, etwa in der Preisgestaltung, durchgeführt worden.
Eine weitere Maßnahme: Das Outsourcen der Bad-Gastronomie. Ab Mitte April soll die Bistro Klinikum Braunschweig GmbH das Restaurant betreiben. Das Geschäftsfeld erwies sich für die Stadtbad GmbH als Flop und bedeutete 300 000 Euro Verluste im Jahr. Klar ist schon jetzt: Nicht alle Mitarbeiter werden vom neuen Betreiber übernommen.

„Nach der Übergabe werden sich von den verbleibenden
56 Mitarbeitern der Wasserwelt noch 21 Beschäftigte in einem befristeten Arbeitsverhältnis befinden“, so Geiger. Nur sechs könnten Endes des Jahres in ein unbefristetes Verhältnis wechseln. „Die Einsparungen werden auf dem Rücken der Mitarbeiter ausgetragen“, kritisierte Peter Rosenbaum (Bibs). „Den Köchen ist als Ersatz eine Schwimmmeisterstelle angeboten worden. Ich frage Sie: Was soll ein Koch damit?“, schimpfte der Bibs-Vertreter.

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