9. Februar 2022
Buntes

Mit einem Foto von 1928 auf Spurensuche

Robert Eid möchte seine Familienchronik komplettieren – Eine Linie führt nach Königslutter und in die Region

Familienfoto vor dem Haus Parkstraße 4: In der vorderen Reihe von links Helene Meyer mit ihren Schwiegereltern Henne Sophie und Heinrich Meyer. Das Kind auf dem Arm könnte ebenso wie das Kind in der letzten Reihe zu Familie Küchenthal gehören – Vater hinten 2. v.l., Mutter in der Bildmitte mit Brille. Links neben der Mutter könnte die Schwester von Heinrich Meyer zu sehen sein, die Frau rechts daneben in dem weißen Kleid ist Robert Eids Mutter Anneliese. Fotos: privat

Königslutter/Region. Es muss ein sehr prägender Besuch gewesen sein, den Robert Eid im Jahr 1942 seiner Großmutter abstattete. „Ich kann mich deshalb so gut erinnern, weil meine Urgroßeltern hinter dem Haus ein Plumpsklo hatten mit einer kreisrund ausgesägten Öffnung. Es roch alles ziemlich streng und links neben mir war das Klopapier aus zurecht gerissenen Zeitungen auf einen Nagel aufgespießt“, sagt der heute 86-Jährige. Einige Jahre zuvor, wahrscheinlich 1928, muss eine Art  Familienfoto. Eid wandte sich an unsere Redaktion, mit der Bitte um Unterstützung bei der Suche nach Informationen zu den abgebildeten Personen.

„Ich habe bereits beim Standesamt Königslutter sowie beim dortigen Archiv angefragt, aber kein Ergebnis erhalten. So ist mir jetzt die Idee mit Ihrer Zeitung gekommen“, schrieb uns der pensionierte Oberstudienrat, der lange Zeit in Braunschweig gelebt und hier das Wilhelm-Gymnasium besucht hat, per Mail. Sicher ist, dass neben seinen Urgroßeltern, seiner Oma und seiner Mutter Teile einer Familie Küchenthal zu sehen sind, die zu Eids väterlichen Vorfahren gehören. Sicher ist auch, dass das Foto in der Parkstraße 4 in Königslutter entstanden ist. „An der Grundstücksgrenze verlief ein bachähnliches Rinnsal, in dem man herumwaten konnte. Für mich damals abenteuerliche Bedingungen“, so der rüstige Rentner.

Robert Eid. 

Er selbst sei in Klotzsche bei Dresden aufgewachsen und kam nach der Flucht von dort nach Braunschweig, wo seine Mutter herkam. Später verschlug es ihn über ein Studium in Göttingen, wo er seine jetzige Frau heiratete, in die Nähe von Emden, genauer nach Hinte. Dort leben beide noch heute. Und irgendwo dazwischen verlor sich die Spur zu den Vorfahren aus Königslutter.

„Da Uroma Sophie und Uropa Heinrich sehr lieb zu mir waren, wollte ich auch etwas Liebes tun. Rechts neben dem rückwärtigen Hauseingang entdeckte ich hübsche Blüten, die pflückte ich und fügte sie zu einem kleinen Sträußchen zusammen. Bei der Übergabe kam die Frage, wo ich denn die Blümchen her habe, und ich sagte, dass ich sie neben dem Haus gepflückt habe. Darauf entstand sekundenlanges Schweigen und es folgte der entsetzte Ruf ‘unser Spalierobst’“, setzt er die Anekdote mit dem Plumpsklo fort: „Man konnte es dem Sechsjährigen später verzeihen.“

„Mein Urgroßvater war Polizeimeister in Königslutter, ich habe ein weiteres Foto, das ihn bei einer Autokontrolle in Lutterspring zeigt“, erzählt Eid, der gern mehr über die „Königslutteraner“ für seine Gesamtchronik erfahren würde. Wer Hinweise zu den Menschen auf dem Foto geben kann, möge diese bitte entweder direkt an Robert Eid adressieren (r.eid36@arcor.de oder Telefon 04925/1246) oder an die Redaktion unter nb-redaktion@nb-online.de.

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