Mit großen Schritten in die Zukunft

Marienstift plant großen Um- und Neubau – Vier Jahre Bauzeit, 27,8 Millionen Euro Kosten

Hier wird der Neubau mit dem Eingangsfoyer entstehen (v. l.): Thomas Bix (Baumanagement), Rüdiger Becker (Direktor der Stiftung Neuerkerode), die neue Pflegedirektorin Rosemarie Ölschlager, Architekt Thomas Petereit und Verwaltungsdirektor Wolfgang Jitschin. Foto: Marion Korth

Östliches Ringgebiet. Das Krankenhaus Marienstift an der Helmstedter Straße kommt aus den Bauarbeiten nicht heraus. Los ging es vor der Tür, wo die Helmstedter Straße von Grund auf saniert und umgestaltet worden ist, nun geht es auf dem Gelände des Marienstiftes weiter. Dort dreht sich der Baukran und haben Bagger eine tiefe Grube gegraben. Grundsteinlegung für den geplanten Neubau soll am 2. Juli sein.

„Das ist meine liebste Baustelle geworden“, sagte Rüdiger Becker, Direktor und Vorstandsvorsitzender der Evangelischen Stiftung Neuerkerode sowie Geschäftsführer des Marienstiftes, während der Pressekonferenz am Montag. Während die Bauarbeiten vor der Tür das Krankenhaus Patienten gekostet hätten und die Bilanzen auch noch in der Folge belasten, sind die Bauarbeiten jetzt ein durch und durch gutes Zeichen.

Die Pläne dafür gehen bis ins Jahr 2006 zurück, zum ersten Spatenstich kam es aber nicht. Unsicherheiten, welchen Kurs das Krankenhaus einschlagen soll, und zuletzt die geänderte Förderpraxis des Landes zugunsten größerer Häuser wirkten als Bremse. Jetzt die Kehrtwende. „Wenn dieses Haus eine Zukunft haben soll, müssen wir mit dem Neu- und Umbau beginnen“, beschrieb Becker die Ausgangssituation. 27,8 Millionen Euro sind als Baukosten veranschlagt, der Löwenanteil kommt vom Land.

Der zeitliche Fahrplan sieht vor, dass der Neubau 2021 fertiggestellt ist und sich dann bis 2023 ein umfassender Umbau in den Altgebäuden anschließt. Der Eingangsbereich mit angeschlossenem Foyer zieht um die Ecke in den Neubau, dort wird auch die Frauenklinik, der gesamte OP-Bereich sowie die Belüftungszentrale unter dem Dach komplett erneuert.
Höhenunterschiede sollen ausgeglichen, Funktions- und Pflegeeinheiten so zusammengelegt werden, dass das Pflegepersonal nicht mehr so lange Wege zurücklegen muss wie bisher. Der neue Verwaltungsdirektor Wolfgang Jitschin verspricht sich davon einen höheren Qualitätsstandard und betriebswirtschaftliche Vorteile.

Das Haus setzt auf seine Stärken und will sie weiter ausbauen. Mit 150 Betten ist das Marienstift klein, nun wird es auch noch viel übersichtlicher. Das zukünftige Raumkonzept geht mit einem integrativen, ganzheitlichen Therapieansatz Hand in Hand. Alte Menschen mit mehreren Erkrankungen und Menschen mit Behinderungen sieht Rüdiger Becker gut im Marienstift aufgehoben – in Zukunft mehr denn je. So wird ein sozialmedizinisches Zentrum für Menschen mit Behinderungen entstehen.

Verwaltungsdirektor Wolfgang Jitschin erläutert die Pläne. Die rote Fläche kennzeichnet den Neubau. Foto: Marion Korth

Der Neubau sei dringend erforderlich gewesen. Beispiel Frauenklinik. Die Zwei-Bett-Zimmer seien zu klein, um auch noch einen Sanitärbereich darin unterbringen zu können. Modernisieren war deshalb keine Option, die Frauenklinik und die Entbindungsstation werden im Neubau neu aufgestellt. Die Krankenhäuser in Peine und Gifhorn haben ihre Entbindungsstationen bereits geschlossen, alles konzentriere sich jetzt auf Braunschweig. Und das Marienstift.
Becker: „Wir haben unsere Nische gefunden.“ Das Marienstift will den Beweis antreten, dass auch kleine Häuser wirtschaftlich arbeiten können.

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