Mit „Ivena“ Notfälle managen

Umsetzung des Systems ist wichtiger Schritt, den Rettungsdienst für die Zukunft aufzustellen

Symbolischer Start für das System „Ivena“: Torge Malchau, Leiter der Feuerwehr, Sozialministerin Carola Reimann, Monika Skiba, Herzogin Elisabet Hospital/HEH, Thomas Bartkiewicz, Städtisches Klinikum, Wolfgang Jitschin, Marienstift, Oberbürgermeister Ulrich Markurth, Markus Büter, HEH, verdeckt, und David Skiba, Klinikum. Foto: Lüer

Braunschweig. In medizinischen Notfällen zählt jede Sekunde. Rettungshelfer und Ärzte müssen wichtige Entscheidungen treffen: Welche Klinik ist auf die Erkrankung oder Verletzung spezialisiert? Welche liegt am nächsten? Und welche hat freie Betten? Um auf diese Fragen schnelle Antworten zu liefern, ist Braunschweig jetzt an das Online-System „Ivena“ (Interdisziplinärer Versorgungsnachweis) angeschlossen.

Zum Starttermin hat Dr. Carola Reimann, Niedersächsische Ministerin für Soziales, Gesundheit und Gleichstellung, einen Förderbescheid über 111 200 Euro mitgebracht und dem Oberbürgermeister überreicht. Mit dem Geld wird die Umsetzung von „Ivena“ gefördert.

Ministerin Carola Reimann erklärt dazu: „Im Notfall kann es lebensentscheidend sein, schnell in das richtige Krankenhaus zu gelangen. Genau darauf zielt das internetbasierte System ‚Ivena‘ ab. Mit dem Anschluss der Krankenhäuser in Braunschweig, Wolfenbüttel und Peine an das System macht Niedersachsen einen weiteren großen Schritt bei der Digitalisierung des Notfallmanagements.“

Die Einsatzkräfte setzen auf die neue Software, die auf einem großen Bildschirm rund um die Uhr läuft. Foto: Lüer

In „Ivena“ sind die Teams in den Rettungswagen, Leitstellen und Krankenhäuser in Echtzeit miteinander vernetzt. Die Kliniken bekommen vorab Informationen über die Art des Notfalls, und zwar mit genauer Diagnose der Erkrankung. So können die Kliniken Betten vorbereiten und Fachärzte informieren, während der Rettungswagen noch unterwegs ist.

Oberbürgermeister Ulrich Markurth ist überzeugt: „Die Umsetzung des Systems ‘Ivena’ ist ein erster, wichtiger Schritt, unseren Rettungsdienst für die Zukunft aufzustellen. So sparen die Kollegen des Rettungsdienstes wertvolle Zeit und Fehlfahrten werden vermieden. Zentral für die Umsetzung in unserer Region ist, dass das System über Stadt- und Landkreisgrenzen hinweg funktioniert.“

Neben der Rettungsleitstelle IRLS Braunschweig sollen insgesamt sieben Krankenhäuser in der Region bis zum Jahr 2022 an das digitale Notfallsystem angeschlossen werden. Die Landkreise Peine und Wolfenbüttel nutzen das Online-System bereits. Im mittleren und westlichen Niedersachsen wird „Ivena“ schon länger genutzt, während Gifhorn, Helmstedt und Wolfsburg noch nicht angeschlossen sind.

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