Mit Konzept auf die Überholspur

CDU mahnt Lösung für Omnibusbahnhof an – Fahrgäste werden im Regen stehengelassen.

Zu wenig Platz, kein Wetterschutz, keine Toiletten: Thorsten Köster und Klaus Wendroth fordern ein Fernbuskonzept, um den ZOB von der Kriech- auf die Überholspur zu holen. T.A.

Von Marion Korth, 25. Februar 2015.

Braunschweig. Ortstermin am Braunschweiger Omnibusbahnhof. Ein kalter Wind fegt über den Busparkplatz. „Ein Termin im Sommer wäre besser gewesen“, sagt CDU-Fraktionsvorsitzender Klaus Wendroth.

Ein Scherz, denn um das Problem deutlich zu machen, ist der Tag perfekt gewählt. Fehlen zum kalten Wind eigentlich nur Schnee oder Regen. Eine Unterstellmöglichkeit gibt es nicht.

Dies ist einmal ein Augenblick, sich nach Hannover zu wünschen: „[…] Sie sitzt auf einem der bunten Sessel im Warteraum des Zentralen Omnibusbahnhofs (ZOB), draußen pfeift der Wind, drinnen ist es trocken und warm. […]“ So stand es neulich in einer der dortigen Tageszeitungen. Der ZOB in der Landeshauptstadt ist unlängst für 4,3 Millionen Euro ausgebaut worden. Sogar heißer Kaffee ist dort neuerdings im Kiosk zu haben. Davon ist Braunschweig weit entfernt – zu weit, meint die CDU. Der Rat hat einen Antrag der CDU unterstützt, in dem die Verwaltung beauftragt wird, ein Fernbuskonzept zu entwickeln. „Wir haben die Sorge, dass wir von Hannover abgehängt werden“, sagt Thorsten Köster.

Er sieht auf die Stadt das Gleiche zukommen, wie im Bahnverkehr, wo Braunschweig, statt ein Knotenpunkt zu sein, eher Sorge haben muss, dass überhaupt ICE-Schnellzüge halten. Ganz so teuer wie in Hannover müsse die Lösung nicht sein. „Es geht auch eine Nummer kleiner“, sagt Wendroth. Nicht „Luxus pur“, aber eine vernünftige Toilettenanlage und Wetterschutz, das müsse einfach sein. Um eine bessere als die bestehende Lösung zu finden, sollten auch die Fernbusbetreiber mit eingebunden werden. Wegen der Enge gebe es jetzt schon täglich „Stress“ am Omnibusbahnhof, der für so viel Busverkehr einfach nicht ausgelegt war. Zu manchen Zeiten kommen die Fernbusse im Minutentakt, dazu örtliche Reisebusse und die Linienbusse der Verkehrs GmbH. Gerade hupt es wieder. Gerangel um eine noch nicht freie Busbox.

Eventuell müssten auch andere Standorte ans Nahverkehrsterminal gerückt oder sogar an der Ackerstraße mit in die Überlegungen einbezogen werden. Der Trend zur Fahrt im Fernreisebus könne jedenfalls nicht ignoriert werden. Für den Haushalt 2014 hatte der Rat auf Betreiben der CDU 25 000 Euro bereitgestellt, um ein solches Konzept erstellen zu lassen, passiert sei seitdem nicht viel.
Den damaligen Hinweis von Stadtbaurat Heinz-Georg Leuer, „dass unabhängig von möglichen Veränderungen am Fernlinienbusbahnhof Reisende weiterhin die Angebote im Hauptbahnhof (Verkauf von Reisebedarf, Toiletten, Gastronomie usw.), welcher allerdings gut 200 Meter vom Fernlinienbusbahnhof entfernt ist, mit benutzen können“, lässt Wendroth nicht gelten und denkt dabei auch an ältere Fahrgäste, die vielleicht sogar mit dem Rollator dorthin schieben müssten.
Wie ein Busterminal mit ansprechendem Warteraum und sogar Catering aussehen kann, macht das Reisebusunternehmen Schmidt am Firmenstandort Wolfenbüttel vor. So etwas kann sich Geschäftsführer Wilhelm Schmidt auch in Braunschweig vorstellen.

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