„Mit offenen Augen durch die Stadt“ | Neue Braunschweiger
12. Februar 2020
Menschen

„Mit offenen Augen durch die Stadt“

Reihe "Seid nett zueinander": NB-Leser Sven Helsig freute sich, als ein Passant spontan als Umzugshelfer einsprang

Bei einem Umzug werden viele helfende Hände gebraucht. Symbolfoto: Imago

Weststadt. Bei einem Um- oder Auszug werden helfende Hände gebraucht – je mehr desto besser. Keine Selbstverständlichkeit aber ist es, wenn jemand mit anpackt, der gerade zufällig vorbeikommt. Das jedenfalls findet Sven Helsig, der uns ein persönlich erlebtes Beispiel geschildert hat, das dem Geist der von der Braunschweiger Zeitung initiierten Aktion „Seid nett zueinander“ genau entspricht.

Sven Helsig kam die Alltagsepisode, die sich im Januar ereignet hatte, erst jetzt wieder in den Sinn, als er einen „Seid- nett-zueinander“-Aufkleber entdeckte. Gemeinsam mit seinem Schwager räumte Sven Helsig vor einem Monat die Wohnung seines Vaters aus, der in ein Seniorenheim gezogen ist. Der alte Herr hatte bislang in der Eiderstraße gewohnt. Nach und nach schleppten Sohn und Schwager die Möbelstücke nach draußen und beluden den Autoanhänger. Beim Sofa dann wurde es kniffelig. „Wir waren nur zu zweit, aber wir brauchten noch ein drittes Paar Hände, um das Sofa um die letzte Ecke auf den Hänger zu bugsieren“, erzählt Helsig. Er sprach einen Passanten an und der griff sofort zu. „Wir haben uns gefreut, dass er uns geholfen hat“, sagt Helsig. „Seitdem gehe ich selbst auch mit offenen Augen durch die Stadt.“

„Seid nett zueinander“ – eine Initiative der Braunschweiger Zeitung mit Unterstützung der NB.

Oft sei es nur eine Kleinigkeit, die einem anderen das Leben leichter macht. Es sei doch ein Kinderspiel, jemandem die Tür aufzuhalten, der die Arme voll hat. Und auch beim Autofahren hat Helsig sich vorgenommen, sich nicht zu ärgern, sondern „entspannter unterwegs zu sein“. „Ich achte insgesamt mehr darauf, andere nicht zu behindern.“ Für ihn bedeutet das vor allem, vorausschauender zu fahren und beispielsweise frühzeitig zu blinken, damit jemand, der vor ihm in einer Seitenstraße steht, mehr Zeit hat, um seinerseits abzubiegen. Und außerdem: „Wer häufig lächelt, bekommt ein Lächeln zurück.“
Wenn das keine „nette“ Geschichte ist!

Die Reihe
Mit der Initiative „Seid nett zueinander“ setzt das BZV-Medienhaus im wirklichen Leben einen Kontrapunkt. Leser berichten uns immer wieder von schönen Erlebnissen und von Menschen, die nicht nur an sich selbst denken. Von denen gibt es offenbar viele, wie zwei neue Beispiele in dieser NB zeigen. Wir freuen uns übrigens auch weiterhin über Zuschriften an nb-redaktion@nb-online.de, Stichwort „Seid nett zueinander“.

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