Mit Videocall und WhatsApp gegen die Einsamkeit | Neue Braunschweiger
3. August 2020
Bildung

Mit Videocall und WhatsApp gegen die Einsamkeit

TU-Projektteam „SenioVid“ befasst sich mit der Nutzung moderner Technik – Senioren für kurze Befragungen gesucht

Das SenioVid-Projektteam (von links): Arsibi Madyrsoltanov, Arne Klingenberg, Stefan Kott und Tim Klinger. Foto: privat

Braunschweig. Zuhause bleiben – so hieß die Devise, die Mitte März im Zuge der Corona-Pandemie für uns alle ausgerufen wurde. Vor allem für ältere Menschen war das oft gleichbedeutend mit sozialer Isolation. Wie kann man da Abhilfe schaffen? Und wie gut sind Senioren in Braunschweig eigentlich untereinander und mit ihren Familien digital vernetzt?

Überlegungen, die eine Gruppe von vier Studierenden aus dem Bereich Wirtschaftsinformatik der TU Braunschweig damals anstellte und in ein Projekt fließen ließ: SenioVid. Motiviert gingen Tim Klinger, Arsibi Madyrsoltanov, Stefan Kott und Arne Klingenberg ans Werk.

„Wir haben im Zuge der Corona-Pandemie die technische Ausstattung bei den Senioren in Braunschweig untersucht, um sie dann entsprechend durch Instant Messaging wie Whatsapp und Videotelefonie bei dem Weg aus der sozialen Isolation unterstützen zu können“. Das Team organisierte iPads zum Ausleihen, schrieb einfache Schritt-für-Schritt-Anleitungen für den Umgang damit und machte sich dann auf die Suche nach interessierten Teilnehmern. „Wir haben einen Eintrag auf der Webseite des Seniorenbüros der Stadt bekommen und haben Senioren direkt per Briefpost angeschrieben. Außerdem sind wir in den Newslettern verschiedener Seniorengruppen erschienen und haben an E-Mail-Verteiler geschrieben. Die Kontakte haben wir über die Nachbarschaftshilfe, Begegnungsstätten, verschiedene Seniorenkreise sowie die Leiter verschiedener Seniorenheime vermittelt bekommen“, erklärt Arne Klingenberg.

So weit der Plan, aber: Das Projekt gestaltete sich schwieriger als gedacht. „Entweder waren Geräte und die Bereitschaft, sie zu nutzen, bereits vorhanden oder das Interesse, sich auf moderne Technik wie Tablets oder Smartphones einzulassen, war ganz gering“, erzählt Arne Klingenberg. Was es quasi nicht gab, war eine Mittelgruppe mit dem Wunsch der Nutzung, aber ohne entsprechendes Equipment. Doch die jungen Männer wollen noch nicht aufgeben. Ihr Ziel bleibt es, Hemmschwellen im Umgang mit Technik bei älteren Menschen abzubauen. „Unabhängig von Corona ist es doch für Senioren toll, wenn sie beispielsweise mit den Familienangehörigen, die nicht in der Nähe wohnen, per Videocall in Kontakt bleiben können“, sagt Stefan Kott. Und fügt hinzu: „Die älteren Nutzer, die schon Erfahrung damit haben, empfehlen es sehr.“

Wie also eine breitere Masse erreichen und dafür interessieren? Das SenioVid-Team sucht Unterstützung bei der NB. „Wir möchten zum Abschluss des Projektes herausfinden, welche Barrieren es sind, die manche Senioren davon abhalten, moderne Technik gewinnbringend für sich zu nutzen. Und warum lassen sich andere darauf ein und gehen ganz selbstbewusst damit um?“, so Kott. Um dieser Frage auf den Grund zu gehen, suchen die Studierenden nun interessierte Senioren, die bereit sind, ein kurzes, anonymes Interview zu diesem Thema – je nach Absprache persönlich oder telefonisch – führen.

Interessierte werden gebeten, sich bis zum 25. August zu melden. Per Telefon: 01525/4 73 37 43, per Mail: a.klingenberg@tu-braunschweig.de oder per Post: Arsibi Madyrsoltanov, Bergstraße 6, 38259 Salzgitter.

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