21. Januar 2023
Buntes

Monumental und nie erobert

Die Hohensalzburg hoch über der Mozartstadt ist zu Recht ein Publikumsmagnet

Das Wahrzeichen Salzburgs und lockt mit einem 360-Grad-Blick über die Mozartstadt. Auch NB-Redakteurin Stefanie Druschke war beeindruckt. Foto: Privat

Unübersehbar und mächtig thront sie hoch über der Mozartstadt und prägt deren Silhouette seit dem 11. Jahrhundert: Wer Salzburg besucht, kommt um die Festung Hohensalzburg nicht herum.

Es wäre auch zu schade, denn hinter den dicken Mauern gibt es einiges zu entdecken. Zunächst jedoch stellt sich die Frage: Wie geht’s hoch? Ich habe keine große Lust, schnaufend und mit hängender Zunge oben anzukommen und plädiere für die Festungsbahn. Den Rückweg in die Altstadt – immer schön bergab – nehmen wir dann zu Fuß. Bereits seit 1892 fährt die Festungsbahn hinauf zum markanten Wahrzeichen. Die aktuelle Version der Standseilbahn bringt uns mit Panoramafenstern und tollem Ausblick die knapp 99 Höhenmeter in knapp einer Minute – ssssssst – rasant nach oben. Auf der Festung angekommen, heißt es erst einmal: orientieren. Die Hohensalzburg ist eine der größten vollständig erhaltenen Burgen Europas, die rund 14 000 Quadratmeter bebauter Fläche wirken monumental.

Ab 1077 ließ der damalige Erzbischof sie strategisch günstig auf einem steilen Felskegel errichten und über die Jahrhunderte wurde sie mehrfach ausgebaut und mit weiteren Wehranlagen immer stärker befestigt. So gut, dass sie nie von feindlichen Truppen eingenommen werden konnte. Das heutige Erscheinungsbild stammt aus der Zeit um 1500.
Jährlich über eine Million Besucher zieht das beeindruckende Bauwerk an. Für die Besichtigung sollte man ausreichend Zeit einplanen, wer weniger als zwei Stunden investiert, verpasst sonst einiges. Zu den Highlights zählen die vielen Museen: Das Festungsmuseum, das Rainer-Regimentsmuseum und das Marionettenmuseum laden allesamt zu einer Reise in die Vergangenheit ein. Wer sich für Rüstungen und Waffen interessiert, sollte das historische Zeughaus besuchen. Original erhalten seit Anfang 1500 sind die Fürstenzimmer, bestehend aus Fürstensaal, Goldener Stube und Goldenem Saal. Eine multimediale Installation und das Magische Theater erzählen spannend über das Leben der Salzburger Herrscher und ihrer Untertanen.

Die Panorama-Tour führt vom Salzmagazin über das Verlies auf die Aussichtsplattform des Reckturms, von wo es einen sensationellen Rundumblick gibt. Im Anschluss geht es durch den Wehrgang zum ältesten noch in Betrieb befindlichen Hornwerk der Welt – dem berühmten Salzburger Stier. Fürsterzbischof Leonhard von Keutschach ließ es anschaffen, um die Bewohner mit dem „Brüllen“ der 135 Pfeifen morgens zu wecken und abends an die Schlafenszeit zu erinnern – quasi eine einfache musikalische Vorstufe zum Radiowecker, die einen vermutlich aus dem Bett katapultiert hat…

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