„Müssen sportlich und menschlich passen“ | Neue Braunschweiger
1. August 2020
Sport

„Müssen sportlich und menschlich passen“

Vollmann über Neuzugänge – Fabio Kaufmann wechselt zu Eintracht – Pfitzner soll als Nachwuchscoach bleiben

Letzten August erzielte Fabio Kaufmann das zwischenzeitliche 1:1 für Würzburg im Eintracht-Stadion. Am Ende siegte Braunschweig 5:2. Foto: Frank Scheuring/imago images

Braunschweig. Am Montag starten die Löwen in die Vorbereitung der neuen Zweitligaspielzeit. Aktuell arbeiten Neu-Coach Daniel Meyer und Sportdirektor Peter Vollmann daran, den Kader weiter zu verstärken. Zuletzt gelang den Eintracht-Verantwortlichen ein echter Coup; mit Fabio Kaufmann stößt der Topscorer von Mitaufsteiger Würzburger Kickers ablösefrei bis 2022 zu den Löwen.

„Fabio hat in der abgelaufenen Spielzeit eine Menge Qualität ausgepackt. 28 Scorerpunkte sind ein enorm guter Wert, außerdem ist er in einem sehr guten Fußballeralter und hat uns in den Gesprächen auch menschlich überzeugt“, freut sich Peter Vollmann über den Transfer des schnellen Rechtsaußen, der erst mit 27 Jahren in Würzburg zu seiner Leistungsstärke gefunden hat.

Mit „Spätstartern“ wie dem Deutsch-Italiener hat der heutige Eintracht-Sportdirektor schon zu seiner eigenen Trainerzeit gute Erfahrungen gemacht. Als er beim Zweitligaabsteiger VfR Aalen 2015 seinen Job antrat, holte er den eigentlich schon aussortierten Dominick Drexler zurück ins Team. Dessen Formkurve setzte anschließend zu einem ungeahnten Höhenflug an, sodass der heute 30-Jährige mittlerweile beim 1. FC Köln in der Bundesliga spielt. „Er hat damals bei mir einen guten Eindruck hinterlassen und in der Saison zu sich selbst und seiner fußballerischen Qualität gefunden“, blickt der 62-Jährige zurück und betont, dass auch bei der Kaderzusammenstellung für die kommende Spielzeit nicht allein Statistiken zählen: „Man spricht mit den Spielern und entwickelt ein Gefühl, ob er nicht nur sportlich als auch menschlich passt. Dabei geht es auch um die individuellen Persönlichkeiten innerhalb einer Mannschaft und die Teamfähigkeit aller Spieler.“

Vor allem in der Offensive wollen die Löwen noch auf dem Transfermarkt tätig werden: „Das ist kein Geheimnis; wir arbeiten daran, werden aufgrund der langen Vorbereitungszeit aber sicher nicht nervös. Alle Vereine sind aufgrund der Corona-Situation sehr zurückhaltend, auch weil es 13 Prozent weniger Fernsehgeld gibt, was sich natürlich im Etat niederschlägt.“ Trotzdem gäbe es von Seiten einiger Berater Versuche, die Vereine mit fiktiven Konkurrenzangeboten finanziell aus der Reserve zu locken.

In Zusammenarbeit mit Eintracht-Trainer Daniel Meyer versucht Vollmann auch noch einige Profis mit laufendem Vertrag von der Gehaltsliste zu bekommen: „Der Trainer wird in den ersten Wochen der Vorbereitung nochmals genau auf den Kader schauen und danach entscheiden, welcher Spieler das Potenzial hat uns weiterzuhelfen, egal ob er in der dritten Liga häufige Einsatzzeiten bekommen hat.“

Im Kader stehen laut Vollmann allerdings auch Akteure, denen ein Wechsel bereits nahegelegt worden ist: „Das haben wir den betreffenden Spielern mitgeteilt und sind dabei Lösungen zu finden. Aufgrund des langen Transferfensters haben wir aber noch viel Zeit.“

Wenn der Coach Übermorgen zum ersten Aufgalopp bittet, wird Eintracht-Legende Marc Pfitzner nicht mehr dabei sein, allerdings möchte der Verein den 35-Jährigen gerne als Nachwuchscoach halten: „Nach Auslaufen seines Vertrages hat er von uns eine Zusage für ein Engagement im Nachwuchsleistungszentrum bekommen, momentan wird besprochen, ob er diesen Weg geht.“
Ebenfalls fehlen werden die Fans, was Vollmann außerordentlich bedauert: „Nach wie vor gelten für uns sowohl auf Reisen als auch auf dem eigenen Trainingsgelände die Corona-Regeln.“

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