Muss Pedersen gehen?

Der Aufsichtsrat tagt

Trainer Henrik Pedersen (Eintracht Braunschweig) nach dem 1-4, enttäuscht. Foto: Susanne Hübner DFL regulations prohibit any use of photographs as image sequences and/or quasi-video./ Gemaeß den Vorgaben der DFL Deutsche Fussball Liga ist es untersagt, in dem Stadion und/oder vom Spiel angefertigte Fotoaufnahmen in Form von Sequenzbildern und/oder videoaehnlichen Fotostrecken zu verwerten bzw. verwerten zu lassen.

Braunschweig. Am Mittwoch soll eine Entscheidung über die Zukunft von Eintracht-Trainer Henrik Pedersen fallen. Der Aufsichtsrat von Fußball-Drittligist Eintracht Braunschweig hatte sich nach seiner Sitzung am Sonntagabend vertagt und will neben der Besetzung der verkanten Position des sportlichen Leiters auch entscheiden, ob Pedersen trotz der prekären Situation weiterhin das Vertrauen bekommt, oder ob mit einem Trainerwechsel die Reißleine gezogen wird und beim morgigen Testspiel gegen Viktoria Berlin (Anstoß um 17 Uhr in Langlingen) bereits ein neuer Mann auf der Bank sitzen wird.

Hätte Schiedsrichter Asmir Osmanagic die Drittliga-Partie gegen Lotte nur eine Minute früher abgepfiffen wären Trainer Pedersen und seine Mannschaft wohl nach dem Spiel in der Südkurve gefeiert worden. Nach dem bitteren 2:2 in letzter Sekunde trauten sich die Spieler nicht mehr dorthin.
Stattdessen machte sich Präsident Sebastian Ebel auf den Weg. In aufgeheizter Stimmung wurde er mit Pfiffen und Bierbecherwürfen empfangen, so dass seine beschwichtigenden Worte größtenteils verpufften. Ebel äußerte Verständnis für die Enttäuschung der Anhänger, lobte gleichzeitig aber die Leistung der Mannschaft und warb um Geduld mit dem zu Saisonbeginn neu zusammengestellten Kader: „Dass ein Neuaufbau schwierig wurde, war uns bewusst, dass er so schwer werden würde, nicht“, so der Unternehmer, der außerdem darauf verwies, dass ein „Plan B“ bestünde.
Dieser würde neben der Verpflichtung eines neuen sportlichen Leiters wohl auch einen Trainerwechsel bedeuten. Pedersen und sein Assistent Enric Vallès Egido waren zu Wochenbeginn bei einer verpflichtenden Fortbildung für Trainer mit der UEFA-Pro-Lizenz in Genua.

Beim Sonntag-Training hatte der Däne trotz des bitteren Punktverlustes die positiven Dinge in den Vordergrund gestellt: „Wir standen massiv unter Druck, haben aber trotzdem von Anfang an Vollgas gegeben. Wir waren eine Mannschaft und eine Einheit. Ich hoffe, dass sich die Leute mit uns identifizieren konnten.“
Seine Mannschaft hatte bereits nach dem Spiel ein Bekenntnis zu ihm abgegeben: „Ich kann für jeden in der Mannschaft die Hand ins Feuer legen, dass Aufgeben keine Option ist. Der Trainer lebt das vor und die Mannschaft hat das heute wunderbar angenommen. Wir müssen noch enger zusammenrutschen und den Bock nach der Länderspielpause umstoßen“, erklärte Kapitän Stephan Fürstner, der nach einer Stunde verletzt ausscheiden musste und Leon Bürger zum Debüt verhalf, der eine starke Leistung zeigte.
Während der Partie hatte Ex-Eintracht-Kapitän Dennis Kruppke auf der Bank Platz genommen: „Ich habe ihn gefragt, weil ein erfahrener Eintracht-Spieler eine wertvolle Reflexion für uns ist. Außerdem war er früher selbst in einer ähnlichen Situation, als es um die Qualifikation für die dritte Liga ging“, so Pedersen über den Ex-Profi, der momentan als organisatorischer Leiter im NLZ fungiert und bei den Anhängern als heißer Kandidat für den Posten des sportlichen Leiters gilt.

Pedersen selbst muss heute hingegen mehr denn je um seinen Job als Eintracht-Trainer bangen.

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