Mut machen für die letzte Hilfe | Neue Braunschweiger
6. Februar 2020
Menschen

Mut machen für die letzte Hilfe

Verein Hospizarbeit Braunschweig bietet Kurse für den Umgang mit Sterbenden an

Entspannende Handmassage: Auch das lernt man in dem Kurs. Das Bild zeigt Kursteilnehmer Gerhard Irmler (vorn), Geschäftsführer Ulrich Kreutzberg sowie die Kursleiterinnen Ursula Busch und Koordinatorin Carina Poßberg. Foto: Korth

Braunschweig. Wir leben nicht mehr in Großfamilien zusammen, der Umgang mit Sterben und Tod wird nicht vom Kreis der Angehörigen getragen. Gestorben wird woanders – oft im Krankenhaus. Entsprechend groß sind Ängste und Unsicherheit. In einem vierstündigen Kursus will der Verein Hospizarbeit Braunschweig die Lücke füllen.

„Wir vermitteln Basiswissen, wie das geht mit dem Sterben“, sagt Ursula Busch, die als Ehrenamtliche den Letzte-Hilfe-Kurs begleitet. Spezialwissen bedürfe es nicht, in jedem von uns schlummere die Fähigkeit, Nähe zu geben und zuzulassen und genau das Richtige zu tun. „Wir können gar nicht so viel falsch machen“, sagt Ursula Busch.

„Füreinander da sein, wenn es zu Ende geht“

Gerhard Irmler hat an einem der vorangegangenen Kurse mit seiner Lebensgefährtin teilgenommen. Beide möchten füreinander da sein, auch wenn es zu Ende geht. Er hat nur Lob zu verteilen: „Ich bin gestärkt daraus hervorgegangen.“ Über sich selbst sagt er „mir fehlt jeder Bezug zum Lebensabend“. Das wollte er ändern. Das Wissen über den Ablauf des Sterbeprozesses, wie mit Schmerz, Unruhe oder körperlichen Beschwerden umgegangen werden kann, habe ihn sicherer gemacht und ihn vorbereitet auf das, was kommen kann. Auch um Themen wie Patientenverfügung und Vorsorgevollmacht sei es gegangen. Der pragmatische Ansatz habe ihm gefallen, jetzt gehe er gelassener an das Thema heran.

Die meisten Menschen äußern den Wunsch, zu Hause zu sterben. Die Realität sieht anders aus. „Wir möchten Mut machen, es zu Hause zu versuchen“, sagt Kursleiterin und Koordinatorin Carina Poßberg. Der Verein stehe Sterbenden und Angehörigen beratend zu Seite, wer Fragen habe oder Hilfe benötige, solle sich melden. Auch Hausbesuche werden organisiert.

Die vierstündiges Tageskurse „Letzte Hilfe für ein gutes Lebensende – was jeder von uns tun kann“ bietet der Verein Hospizarbeit in Zusammenarbeit mit dem Haus der Familie an. Termine sind am 23. März ab 9 Uhr, 22. April, 25. Juni und 2. September. Anmeldung und Informationen beim Verein Hospizarbeit, Bruchtorwall 9-11, Telefon 1 64 77. Auf Wunsch können auch zusätzliche Seminartermine für die betriebliche Fortbildung, für die Mitglieder von Vereinen oder Verbänden vereinbart werden.

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