„Mutig den Weg weiter gehen“

Der Dom und seine Nachbarn feierten Neujahr mit allen Besuchern.

Jochen Luckhardt, Herzog-Anton-Ulrich-Museum, und Heike Pöppelmann vom Landesmuseum. Fotos: Kleinschmidt

Von Ingeborg Obi-Preuß, 11.01.2018.

Braunschweig. Das hat es auch noch nicht gegeben: Radetzky-Marsch im Dom. Kantor Witold Dulski ließ keinen Zweifel, dass das neue Jahr gefeiert wurde. Der Dom, die Handwerkskammer Braunschweig-Lüneburg-Stade und das Bankhaus C. L. Seeliger hatten zum öffentlichen Neujahrsempfang eingeladen, kein Stuhl blieb frei.

Heike Pöppelmann, Chefin des Landesmuseums, und Jochen Luckhardt, Direktor des Herzog-Anton-Ulrich-Museums, begannen wortwörtlich bei Adam und Eva mit ihrem Festvortrag über die Entwicklung des Menschen, in der sozialer und kultureller Zusammenhalt eine wesentliche Rolle spielten und spielen. Über das berühmte Feigenblatt und den Wunsch nach Styling von damals bis heute führten sie zu den nächsten Ausstellungen: Das Landesmuseum zeigt ab 22. Februar „Evas Beauty Case & Adams Necessaire. Schmuck und Styling im Spiegel der Zeiten“, das Herzog-Anton-Ulrich-Museum „Mode in der Renaissance“ ab 19. April.

„Weihnachten unverklärt ist revolutionär“, rief Dompredigerin Cornelia Götz dazu auf, mutig den Weg zu gehen, „den wir herbeigebetet haben.“ Das Weihnachtslied „Ich steh an deiner Krippen hier …“ von Paul Gerhardt stehe für Umdenken, Umverteilen, Umkehren. „Weihnachten soll doch kein Umsturz zu unseren Ungunsten sein“ – sprach sie von den Wünschen am Alten festzuhalten, appellierte aber an den Mut, sich zu bewegen, auf den Weg zu machen. Für einen Umsturz aller Verhältnisse, in denen Menschen erniedrigt werden.

Im Anschluss an den Gottesdienst trafen sich zahlreiche der Dombesucher noch im Foyer des Landesmuseums zu Gesprächen. Essen und Getränke hatte das Bankhaus Seeliger spendiert.

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