Nach 50 Jahren: Die Kugel rollt nicht mehr | Neue Braunschweiger
24. Mai 2018
Vereinsleben

Nach 50 Jahren: Die Kugel rollt nicht mehr

„Kegelclub ohne Namen seit 1968“ gibt Sport auf – Gemeinsame Treffen finden dennoch statt

Kegeln ist „außer Mode“ gekommen, und die, die es einst mit Freude taten, sind in einem Alter, da will es nicht mehr gehen. Der „Kegelclub ohne Namen seit 1968“ hat nun nach 50 Jahren diese sportliche Aktivität aufgegeben. Foto: Werner Gantz

Von Werner Gantz, 24.05.2018

Königslutter. Bestimmte Freizeitbeschäftigungen verbunden mit gesellschaftlichem Anteil unterliegen durch Veränderungen und weltweiten Einflüssen oftmals einem Wandel. Wie derzeit festzustellen ist, gehört unter anderem der weiße Sport Tennis dazu und die „damals“ beliebten Kegelabende ohne Meisterschaftsansprüche. Besonderheiten wie Jubiläen werden gern zum Anlass genommen, um diese langen gemeinschaftlichen Bindungen zu feiern.
So nun auch von einer Gruppe, die sich erstmalig vor 50 Jahren zum Kegeln getroffen hat und im Rückblick über das halbe Jahrhundert von so manchen „schönen Stunden“ berichten kann. Es waren die damals jungen „Mädels“, also Kolleginnen eines Großunternehmens aus dem Großraum Braunschweig, die sich auch am Feierabend an bestimmten Wochentagen gern trafen. Die sieben Ehemänner waren von Anfang an dabei.

Die ersten Versuche mit der Kugel so viel Kegel wie möglich zu treffen, war die Bohlenbahn in der damals so benannten Gaststätte „Kämmerei Plantage“ in Königslutter. Um auch andere Kegelbahnen kennenzulernen und die Anfahrtswege zu variieren, wurde auch gewechselt. Uhry, Vorsfelde und Weddel waren die Orte der Treffen. Um Meisterschaften ging es nicht, der Spaß und die Freundschaft standen im Vordergrund.

Dennoch gab es eine Buchführung mit den Gesamtergebnissen und der getroffenen Besonderheiten wie „Alle Neun“ und „Acht ums Vordereck“ sowie der leidigen „Pumpen“, auch „Pudel“ genannt. Die Teilnahme an einer Stadtmeisterschaft in Königslutter brachte keine Erstplatzierungen.
Lange wurden Überlegungen wegen eines geeigneten Namens angestellt, die originellen wie „Fidele Neun“, „Ruhige Kugel“, „Böse Buben“ oder „Pudelbande“ gab es schon in der Gegend. So blieb es bei „ohne“, und schließlich war festgeschrieben: „Ohne Namen seit 1968“. Durch die reichlichen, gemeinsamen Wochenendreisen wurde dieser Klub aus Königslutter am Elm dann auch in vielen Städten in Norddeutschland bekannt. Aber auch Mallorca war zweimal das Reiseziel. Immer dabei der heute 85-jährige Dieter Knop, der sich gern erinnert: „Diese schönen Tage und Stunden kann uns keiner nehmen.“ Anfangs war der bereits verstorbene Heinrich Tostmann Organisator und Stimmungsmacher. Nun aber die Aufgabe überwiegend aus Altersgründen. Zuletzt sind Heidi und Jürgen Wache Reise- und Kassenführer gewesen. So heißt es nicht mehr: „Gut Holz, gut Holz – Kegeln ist unser Stolz“. Gemeinsame Treffen finden dennoch statt, wie jetzt zum Spargelessen im Gasthaus „Zum weißen Roß“ in Bornum mit Jubiläumsfeier.

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