„Nach meene Beene“ins neue Jahr

Staatsorchester begeistert mit Berliner Operette – anschließend Empfang für geladene Gäste

Bis morgens früh um fünfe“ : Neujahrskonzert in der Stadthalle. Unter der Leitung von Srba Dinic präsentierte das Staatsorchester Highlights aus der Berliner Operettenwelt der 20er Jahre. Foto: Peter Sierigk

Innenstadt. Der „freundliche Herr, der über Musik plaudert“ kann auch ein bisschen nerven. Das weiß Orchesterdirektor Martin Weller gut und setzt sein „Nervpotenzial“ gern bewusst ein. Die „gesellschaftliche Verantwortung eines Staatstheaters“ vertritt er auch und gerade beim traditionellen Neujahrskonzert in der Stadthalle deutlich.

Und so spannt er einen Bogen vom musikalischen Programm, das mit dem Marsch „Berliner Luft“ in die Operettenwelt der 20er Jahre führt, zur „dicken Luft“ durch Diesel und Silvesterfeinstaub. Nicht alle sind begeistert, aber damit kann Martin Weller gut leben.

Dafür begeistert Generalmusikdirektor Srba Dinic mit seinem Staatsorchester komplett. Die eher zackigen Melodien der „silbernen Operettenjahre“ präsentierte er mit fast zärtlichem Schmelz. Traumschön. Als Solisten überzeugen Katharina Göres, sie vor allem im zweiten Teil mit coolem Charleston-Outfit und Titeln wie Walter Kollos „Nach meene Beene“, Michael Has als Tenor und Hinrich Horn als Bariton. Beim anschließenden Neujahrsempfang bedankte sich Sriba Dinic bei seinen Musiker und betonte, dass er „ganz, ganz, ganz stolz ist, GMD dieses Orchesters zu sein.“

Neujahrsempfang in der Stadthalle (von links): Orchesterdirektor Martin Weller, Oberbürgermeister Ulrich Markurth, Generalmusikdirektor Srba Dinic, Stadthallen-Aufsichtsrat Klaus Wendroth, Stadthallen-Chef Stefan Lemke und Stadthallen-Gastronom Ronny Hunsen. Peter Sierigk

Stadthallenchef Stefan Lemke hatte zuvor die Gäste begrüßt und auf die anstehende Stadthallensanierung geschaut, die im Frühjahr 2020 beginnen soll und mit 60 Millionen Euro veranschlagt ist. Aber zunächst sei das Jahr 2019 dran. „Wir haben bereits 130 Shows und Konzerte eingebucht, dazu die Spiele unserer Basketballmannschaft, ein großartiges und fast ausverkauftes Tennisevent und vieles mehr“, freute sich Lemke. Zum großen Glück fehle nur noch „der Erfolg unserer Eintracht.“

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