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NB-Stadtteilserie: „Hier ist immer Zeit für ein Gespräch“

Was machen Lehndorf, Lamme und das Kanzlerfeld aus? Wir haben Menschen, die dort arbeiten, gefragt

David Backhaus, Betreiber des Hotels Heyer in Lehndorf. Foto: Wiefel

Forschung, viel Natur und eine lange Geschichte – die drei Stadtteile im Westen Braunschweigs haben viel zu bieten. Für die Menschen, die dort leben und arbeiten, sind sie zu einem Stück Heimat geworden. Hier kennt man den Nachbarn, hier wachsen die Kinder auf, hier wissen Bäcker oder Fleischer schon im Voraus, „was es sein darf“. Wir haben uns einmal umgehört.

David Backhaus, Betreiber des Hotels Heyer in Lehndorf: „Lehndorf ist in jeder Hinsicht meine Heimat. Hier bin ich mit meinen Geschwistern aufgewachsen und kenne jede Ecke. Seit 40 Jahren betreibt meine Familie außerdem das Hotel Heyer, dessen Leitung ich vor drei Jahren übernommen habe. Als kurz nach Weihnachten ein Brand in der Küche ausbrach, haben alle Anteil genommen. Für uns war das eine der anstrengendsten Zeiten, die ich je erlebt habe. Umso mehr freue ich mich, dass wir in diesem Frühjahr die Gastronomie wieder eröffnen konnten. Der Ort und die Lage sind einfach unschlagbar. Ich würde nie wegziehen.“

Jana Voß, Bäckereiverkäuferin bei Milkau in Lamme: „Ich bin 2011 hierher gekommen und könnte mir keinen anderen Arbeitsplatz mehr vorstellen. Das Schöne an Lamme ist: Jeder kennt sich. Hier ist es nicht so anonym wie in der Stadt. Ich kenne meine Kunden, ihre Namen und ihre Geschichten. Jeden Mittag kommen außerdem die Kinder aus der Grundschule von gegenüber.“

Anette Bonhorst, Bäckereifachverkäuferin bei Milkau in Lehndorf: „Eigentlich ist Lehndorf gar nicht so klein, aber hier am Saarplatz habe ich immer das Gefühl, auf dem Dorf zu leben. Der Platz ist der Mittelpunkt des Stadtteils, hier trifft sich alles – vor allem, wenn der Wochenmarkt ist. Und im Gegensatz zu der Hektik in den Großstädten ist immer Zeit für ein Gespräch. Das ist schön. Und noch ein Tipp: Rund um das Turnier „Braunschweig Classico“ gibt es ein tolles Gewinnspiel. Einfach mal vorbeischauen.“

Marion Fechteler, Inhaberin der Apotheke am Saarplatz, mit ihrem Team: „Eröffnet wurde die Apotheke 1975 als auch der Saarplatz fertiggestellt wurde. Seitdem sind wir hier zum festen Teil in Lehndorf geworden. Erst heute morgen kam eine Kunde herein und brachte uns Kuchen – wo gibt es das noch? Und obwohl sich Lehndorf langsam wandelt – die Älteren werden weniger und Jüngere ziehen nach – ist es doch so familiär geblieben wie früher. So kann man auch schon mal einen persönlichen Rat geben, ohne das er krumm genommen wird. Ein ‘olles Zentrum’ ist der Saarplatz ganz bestimmt nicht.“

Martin Timpe, Inhaber von Brillen Wille mit Augenoptikermeisterin Janina Torster: „Ich bin seit zehn Jahren am Saarplatz und werde auf der Straße angesprochen und gegrüßt. So ist das hier in Lehndorf. Das Tolle an dem Stadtteil und besonders am Saarplatz ist, dass man zusammenhält. Die Geschäftsleute haben einen guten Kontakt untereinander, helfen sich ohne viel Worte aus und sind bemüht, das Einkaufszentrum attraktiv zu halten.
Bislang ist uns das gut gelungen.“

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