Neue Ausstellung ist geplant | Neue Braunschweiger
16. Januar 2018
Kultur

Neue Ausstellung ist geplant

Der Markgrafsche Hof öffnet am 4. März seine Türen

Gabriele und Heinrich Lohrengel präsentieren schon einmal ein paar Exponate für die nächste Ausstellung. Foto: Erik Beyen

Von Erik Beyen, 16.01.2018

Grasleben. Es ist noch eine Weile hin bis zum Ausstellungswechsel im Markgrafschen Hof, dem Museum in Grasleben. Trotzdem laufen die Vorbereitungen für die neue Schau schon auf Hochtouren. Unserer Zeitung gewährten Gabriele und Heinrich Lohrengel vom Museumsteam einen Blick hinter die Konzeptkulissen. Es geht um die Geschichte der Salzstreuer. Die werden 2019 nämlich 100 Jahre alt.
Mindestens 20 Jahre lang sammelt Gabriele Lohrengel diese Haushaltshelfer schon. Grund genug, ihnen im Jubiläumsjahr endlich eine Ausstellung zu widmen. Ein Urteil hat sie schon gefällt: Die meisten dieser Dinger sind auf Design getrimmt und für den Haushaltsgebrauch denkbar schlecht geeignet. Dabei gibt es ganz außergewöhnliche Exemplare.
Die Vorbereitung einer Ausstellung ist akribische Kleinarbeit. In diesem Fall ist der leichteste Teil daran das Sammeln. 2506 Salzstreuer haben Lohrengels schon zusammen. Soweit so gut. Jedes einzelne Stück wird katalogisiert, nicht irgendwie, nein: Ein jeder Streuer bekommt ein Datenblatt. Auf dem stehen Informationen zum Motiv, Material, Hersteller (Manufaktur), zur Art (Mono oder Duo), wann der Streuer von wem erworben wurde, wie er verpackt und in welchem Zustand er ist. Echte Fleißarbeit, der nun die Auswahl folgt, denn längst nicht alle Steuer haben das Zeug zum Exponat. Dafür, so Gabriele Lohrengel, sind es einfach zu viele.
Die Bandbreite der Salzstreuer ist gewaltig. Modelle aus Amerika, Saudi Arabien, Norwegen, China, kurz: Salzstreuer aus der ganzen Welt sind darunter, von den Motiven und Darstellungen ganz zu schweigen. Manche erreichen gar, bei Betrachtern die Schamesröte ins Gesicht steigen zu lassen. Dafür, schmunzelt Gabriele Lohrengel, richte man eine abgetrennte Sektion innerhalb der Ausstellung ein. Der Großteil der Vorbereitungen liegt noch vor den Lohrengels. Für jedes ausgewählte Exponat braucht es eine Erklärung auf Papier. Und damit nicht genug: Wissenswertes über das Salz und die Salzstreuer soll die Ausstellung abrunden. Dafür ist Heinrich Lohrengel zuständig. Er hat sich mit Geschichte dieses Geschmacksverstärkers beschäftigt. Salz wurde tatsächlich erst Ende des 19. Jahrhunderts streufähig, nämlich mit der Entwicklung der berühmten E-Stoffe. Vorher befand sich das feuchte Salz in Salzfässern, die in alten Tagen gar ein Statussymbol waren und von Generation zu Generation vererbt wurden. Ach, und die berühmte „Prise“ ist exakt ein Gramm Salz, soviel wie zwischen Daumen und Zeigefinger passt.
Wissenswertes gibt es noch viel mehr zu erzählen, doch das sollen die Lohrengels persönlich für ihre Ausstellungsbesucher übernehmen. Im März 2019 soll die neue Schau beginnen. Bis dahin läuft die aktuelle Ausstellung „Das Versteck“ noch bis Oktober. Das Museum öffnet am 4. März wieder seine Türen, Kaffeestube inklusive.

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