29. August 2013
Politisches

Neue Rechte für Kinder

Ab sofort: Rechtsanspruch auf Kita-Platz und Betreuungsgeld.

Von Ingeborg Obi-Preuß, 04.08.2013

Braunschweig. 13 Anträge auf Betreuungsgeld sind bis Freitag bei der Stadt eingegangen. Ab Donnerstag (1. August) können Eltern, die ihre Kleinkinder zu Hause behalten, eine Unterstützung von 100 Euro pro Monat beantragen. Zeitgleich ist auch der Rechtsanspruch auf einen Kita-Platz für Ein- und Zweijährige in Kraft getreten.

„Erfahrungsgemäß brauchen Neuerungen wie das Betreuungsgeld einige Zeit, bis sich das Thema rumspricht“, sagt Rainer Keunecke, Pressesprecher der Stadt. Es sei also zu erwarten, dass die Zahl der Anträge noch ansteige. Aber auch bundesweit ist die Nachfrage schleppend, wenn auch regional unterschiedlich. So ist die Nachfrage in Bayern (die CSU hat sich für die Einführung des Betreuungsgeldes starkgemacht) relativ hoch.
Zur Info: Eltern von Kindern, die ab dem 1. August 2012 geboren wurden, haben einen Anspruch auf das Geld, wenn sie weder einen Krippenplatz noch eine staatlich geförderte Tagesmutter in Anspruch nehmen wollen. Das Geld wird ab dem 1. August gezahlt und beträgt im ersten Jahr monatlich 100 Euro und ab dem 1. August 2014 monatlich 150 Euro. Für jedes Kind wird längstens 22 Lebensmonate Betreuungsgeld gezahlt. Unter www.braunschweig.de gibt es Informationen und auch ein Antragsformular. Telefonische Informationen gibt es bei den Mitarbeitern der Elterngeldstelle an der Campestraße 7 unter der Telefonnummer 4 70 84 46.
Zum Start des Rechtsanspruchs auf einen Betreuungsplatz für Unter-Dreijährige stellt die Stadt vier neue Kitas bereit. „Damit kommen auf einen Schlag 135 neue Krippen- und 100 Kindergartenplätze dazu“, heißt es in einer Mitteilung. Mit dem Stichtag (1. August) zum Rechtsanspruch auf eine Betreuung von Kindern unter drei Jahren haben in Braunschweig vier neue Kitas ihren Betrieb aufgenommen. Für etwa 7,3 Millionen Euro hat die Stadt innerhalb von knapp einem Jahr neue Einrichtungen im Mainweg/Itzweg in der Weststadt, der Fremersdorfer Straße in Lehndorf, der Roseliesstraße und am Heideblick in Wenden rechtzeitig zum neuen Kita-Jahr fertiggestellt.
„Damit kommen auf einen Schlag 135 neuen Krippen- und 100 Kindergartenplätze dazu. Sie tragen wesentlich dazu bei, dass die Versorgungsquote damit aktuell 50,8 Prozent für die Ein- bis Dreiährigen beträgt“, heißt es in einer Mitteilung der Stadt. Bis Ende des Jahres sollen 2331 Plätze in Krippe und Tagespflege zur Verfügung stehen.
„Alle vier Kitas haben rechtzeitig zum vereinbarten Termin ihre Türen geöffnet, und Braunschweig macht damit einen großen Schritt, um den Rechtsanspruch erfüllen zu können“, freute sich Stadtbaurat Heinz-Georg Leuer.
Die Stadt komme ihrer Zusage nach, dort neue Einrichtungen zu bauen, wo Wohngebiete entstehen, beispielsweise für das Neubaugebiet auf dem ehemaligen Bundeswehrgelände an der Roseliesstraße. „Dies ist – wie der gesamte Ausbau der Kinderbetreuung – ein gewaltiger finanzieller und organisatorischer Kraftakt“, betont Leuer.
„Das ist ein außergewöhnliches Ereignis und eine sehr gute Nachricht für die kinder- und familienfreundliche Stadt Braunschweig“, sagt Sozial- und Jugenddezernent Ulrich Markurth, „vier neue Kitas auf einmal: Das dürfte in der Geschichte dieser Stadt einmalig sein und zeigt, wie ernst wir es mit dem Betreuungsausbau meinen. Mit den über 130 Plätzen, die damit allein im Krippenbereich jetzt entstehen, sind wir zum Start des Kita-Jahres und gleichzeitigem Beginn des Rechtsanspruchs hervorragend aufgestellt. Es ist toll, dass der Zeitplan gut getaktet war, und alles rechtzeitig fertig wird. Mit der Kita der Firma Siemens, die im Laufe des Jahres fertig wird, weiteren Ausbauten bestehender Kitas und neuen Einrichtungen freier Träger sowie der Fertigstellung der Kita in Gliesmarode im Sommer 2014 ist Braunschweig für die künftigen Anforderungen sehr gut gerüstet.“
In der Querumer Straße, werden bis Sommer 2014 30 Krippen- und 25 Kindergartenplätze entstehen. Weiterhin wird es ab Oktober 2013 weitere 38 Krippenplätze in den Kindertagesstätten Bienrode, Rüningen und Hondelage geben, wo derzeit Umbaumaßnahmen stattfinden.
Mit Umbaumaßnahmen in der Kindestagestätte Gliesmarode, Hermann-Dürre-Weg, wird zudem im 4. Quartal 2013 begonnen, sodass auch hier Anfang 2014 weitere Krippenplätze zur Verfügung stehen werden. Die Kita Timmerlah mit der neu geschaffenen Krippengruppe sowie zwei neue Einrichtungen freier Träger (Kita Karamba und Nächstenliebe) werden pünktlich zum Kindergartenjahr 2013/14 an den Start gehen. Zudem werde die Betriebs-Kindertagesstätte von Siemens voraussichtlich ihren Betrieb im Oktober 2013 aufnehmen. Insgesamt sollen hier 120 Krippenplätze zur Verfügung stehen.
Das Raumprogramm in den vier neuen Kitas umfasst neben Gruppen- und angrenzenden Kleingruppenräumen jeweils einen Mehrzweckraum (außer: Kita Heideblick), Personalräume, Lager, Sanitärräume und eine Küche. Alle Kitas sind behindertengerecht; ein Behinderten-WC ist jeweils integriert. Alle vier Kitas wurden unter Betreuung des Fachbereichs Hochbau und Gebäudemanagement mit unterschiedlichen Braunschweiger Architekten errichtet. „So konnten individuelle Gebäude entstehen, die für die kleinen Nutzer unverwechselbar zu „ihrer“ Kita werden – eine Vielfalt, die nun bereitsteht, um zum Leben erweckt zu werden“, erklärt Ulrich Markurth.

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