12. Juni 2021
Sport

Neuer Löwen-Coach Schiele: „Möchte Eintracht leben“

Fußball-Lehrer unterschreibt bis 2023 – Platz unter den ersten Acht als Zielvorgabe – Vollmann hat „auf zwei Jahre abgestimmte Planung“

Trainer Michael Schiele bei seiner Vorstellung. Foto: Susanne Hübner

Braunschweig. Die Fußball-Welt ist manchmal schnelllebig – noch vor einem Jahr konnte sich Michael Schiele als Würzburg-Coach ebenso wie der damalige Eintracht-Trainer Marco Antwerpen über den Zweitligaaufstieg freuen. Kurze Zeit später löste dieser ihn in Würzburg ab, während Schiele nach einem Kurz-Intermezzo beim SV Sandhausen nun bis 2023 in Braunschweig unterschreibt.

„Eintracht ist im Gegensatz zu Würzburg ein großes Schiff, das war schon ein Kriterium für mich. Der Verein hat eine große Fanbase, die dich nach vorne peitscht, da haben ich voll Bock drauf und bin froh, dass es geklappt hat“, so der Fußball-Lehrer bei seiner Vorstellung am Donnerstag. Das Eintracht-Stadion, in dem er mit den Würzburgern im August 2019 eine 2:5-Klatsche hinnehmen musste, kennt er aus seiner eigenen Spielerkarriere beim VfR Aalen. „Wenn man hier vorne bei der Tankstelle am Stadion um die Ecke gefahren ist, hat man Angst bekommen und musste vorsichtig sein“, erklärt er voller Respekt und berichtet, dass hin und wieder auch mal „das ein oder andere geflogen“ sei. Genau wie Stadt und Fans möchte er „Eintracht leben“, sodass ihn auch der bittere Zweitligaabstieg nicht davon abgehalten habe, die anspruchsvolle Aufgabe an der Hamburger Straße zu übernehmen: „Ich bin ein positiver Typ.“

Für Vollmann, der gemeinsam mit seinem Geschäftsführerkollegen Wolfram Benz und Dennis Kruppke in die Findung des neuen Trainer involviert gewesen ist, überzeugte der gebürtige Heidenheimer: „Wir haben in den letzten 14 Tagen viele Gespräche mit Trainern geführt. Dort wo es die meisten Übereinstimmungen gegeben hat haben wir finalisiert.“
Mit Ex-Profi Matthias Lust bringt Schiele einen Co-Trainer mit in die Löwenstadt, mit dem er bereits in Würzburg und Sandhausen zusammengearbeitet hat. Als beschlossene Sache gilt, dass noch ein weiterer Assistent folgen soll, als aussichtsreiche Kandidaten gelten Marc Pfitzner oder Kosta Rodrigues.

In Sachen Erwartungshaltung gehen es die Löwen derweil vorsichtig an. „Wir wollen möglichst weit oben dran bleiben. Im zweiten Jahr haben wir unsere Ziele etwas höher angelegt“, berichtet Vollmann, der von einer „auf zwei Jahre sportlich und wirtschaftlich abgestimmten Planung“ berichtet bei der in der neuen Spielzeit ein Rang unter den ersten acht Mannschaften anvisiert werden soll.

Auch Schiele bittet die Fans um Geduld: „Man darf am Anfang nicht zu viel erwarten. Man braucht ein gutes Grundkonstrukt mit nicht nur Häuptlingen, sondern auch Indianern.“ Die leidgeprüften Fans will er auf seinem Weg mitnehmen und hofft auf mehr Erfolgserlebnisse als in der Vorsaison: „Resultate sind wichtig, um eine positive Grundstimmung zu erzeugen. Wenn wir das, was wir uns unter der Woche vornehmen, am Wochenende auch abliefern, sind wir nicht weit weg davon drei Punkte zu holen.“

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