7. Oktober 2022
Wirtschaft

Nicht ganz dunkel, aber gedimmt

Stadtmarketing und Innenstadthandel wollen Lichter in der Adventszeit nicht ausgehen lassen

Weniger Lichter, kürzere Beleuchtung: Das Stadtmarketing hat Konzepte für den diesjährigen Weihnachtsmarkt entwickelt. Braunschweig Stadtmarketing GmbH/Christian Bierwagen

Braunschweig. Zwei Jahre lang waren Weihnachtsmarkt und Weihnachtsgeschäft durch Corona gebeutelt, jetzt kommt die Energiekrise und mit ihr eine neue Herausforderung. „Licht aus!“ ist weder für das Stadtmarketing noch den Innenstadthandel eine Option.

Aktuell feilen deshalb Beide an Konzepten, wie die adventliche Stimmung trotz Sparmaßnahmen erhalten bleiben kann. „Wir müssen einen Mittelweg finden“, sagt Mirko Rüsing, stellvertretender Vorsitzender des Arbeitsausschuss Innenstadt (AAI). Auch für Gerold Leppa, Geschäftsführer der Stadtmarketing GmbH, ist „ein Weihnachtsmarkt im Dunkeln“ keine Lösung. „Wir müssen unter anderem auch die Beleuchtungsanforderung für die Sicherheit der Besucher erfüllen“, betont er.
Doch: Wie kann dieser „Mittelweg“ aussehen? Welche Ideen gibt es? Die NB hat sich beim AAI und Innenstadthändlern umgehört.

Einsparungen ja, aber sinnvoll und mit Augenmaß – das ist die Marschrichtung, die das Stadtmarketing als Veranstalter des Weihnachtsmarktes einschlagen will. „Wir wollen mit unseren Maßnahmen nicht nur symbolisch, sondern signifikant Energie einsparen“, betont Geschäftsführer Gerold Leppa.
Klar ist: Dunkler wird es im Burggraben, dort soll die Beleuchtung reduziert werden. Auch die Lichter in den Fenstern der umliegenden Gebäude bleiben wohl ausgeschaltet, außerdem soll die Beleuchtungsdauer insgesamt verkürzt werden: von 16.30 bis 22 Uhr.

„Wir haben unseren Energieverbrauch auf den Prüfstand gestellt und entschieden, dort zu reduzieren, wo das größte Einsparpotenzial zu heben ist“, so Leppa zum Hintergrund. Insgesamt könne das Stadtmarketing mit den Maßnahmen etwa 2600 Kilowattstunden und damit mehr als die Hälfte des bisherigen Energiebedarfs für die zentrale Beleuchtung einsparen.
Darüber hinaus bleibe auch die städtische Denkmalbeleuchtung ausgeschaltet.

Stände: Umrüsten auf LED

Auch mit den Standbetreibern und dem Schaustellerverband ist das Stadtmarketing im Gespräch. Diese sind für die eigenen Stände und die beleuchteten Eingangstore zuständig. „In Abstimmung mit dem Schaustellerverband haben wir entschieden, auch hier eine Reduzierung zu erreichen und alle Stände dazu zu verpflichten, ausschließlich LED-Technik einzusetzen, die im Vergleich bis zu 90 Prozent weniger Energie verbraucht als herkömmliche Leuchtmittel“, erklärt Leppa. Außerdem, so der Appell, solle generell Energie – etwa durch den Einsatz effizienter Geräte – gespart werden.
„Wir stoßen bei allen Beteiligten auf offene Ohren, das liegt ja auch im Interesse der Betreiberinnen und Betreiber“, zeigt sich Leppa erfreut über die grundsätzlich positive Resonanz.

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