7. April 2021
Buntes

Nichts für die Handtasche

Magdalene Sojka liebt Chinesischen Schopfhunde

Zum Rudel gehören neben den chinesischen Schopfhunden auch ein Schäferhund, eine englische Bulldogge und ein (inzwischen verstorbener) Weimaraner. Fotos: Privat

Kralenriede. Hinter dem Tor drängeln sich sieben Wuschelköpfe wie kleine Schulkinder. „Haben Sie Angst vor Hunden?“, fragt Magdalene Sojka vorsichtshalber – und öffnet nach einem beruhigenden „Nein“ das Tor. Der Startschuss für Chica, Chula, & Co.

Im gestrecktem Galopp stürzt die fröhliche Rasselbande herbei. Kleine zierliche Vierbeiner, bei denen als erstes das Fell auffällt. Oder besser nicht auffällt, denn die Chinesischen Schopfhunde – so heißt die Rasse korrekt – von Magdalene gehören zum Typ „Hairless“, haben deshalb kein Fell, sondern Haare und davon – bis auf Rute, Beine und Kopf – auch nur wenige bis gar keine.

Schoßhunde also wie sie im Buche stehen. Oder doch nicht? Magdalene schüttelt den Kopf. Ja, auch sie hätte ihren ersten Hund Chica genau aus diesem Grund angeschafft. „Ich wollte einmal etwas anderes als Schäferhunde“, sagt die gebürtige Polin. Einen kleinen Handtaschenkläffer eben. Mehr Accessoire als Tier. Aber Chica lehrte sie mit der Zeit: Auch der kleinste Hund will ernst genommen werden. „Mir wurde klar, dass ich sie erziehen musste, dass sie die Does and Don’ts eines Rudels kennenlernen musste“, erzählt Sojka.
Sieben Jahre ist das jetzt her. Mittlerweile hat Chica schon zweimal Nachwuchs bekommen, tobt mit ihren Söhnen und Töchtern bei Wind und Wetter, sommers wie winters über das fast 60 000 Quadratmeter große Gelände in der Kralenriede und hat etliche Preise in ihrer Gewichtsklasse abgeräumt. „Ganz ehrlich: Diese Rassehund-Wettbewerbe – das war eigentlich gar nicht unser Ding“, gesteht Sojka. Doch dann ermunterte sie ein Richter, Chica vorzuführen und mittlerweile sind Sojka und Lebensgefährte Andreas Hesse eine ernstzunehmende Konkurrenz. Mehrfach im Jahr packen sie ihren Camper und fahren oder fliegen zu Wettbewerben. Ob China oder Russland, Kroatien oder Frankreich – die witzigen Hunde mit der Ponyfrisur räumen reihenweise Pokale ab und lieben längst den großen Auftritt.

Echte Liebe: Magdalene Sojka und einer ihrer quirligen Lieblinge.

Inzwischen hat sich Magdalene auch zu einer renommierten Züchterin gemausert, die Anfragen aus der ganzen Welt erhält und dennoch immer und zu allererst an ihre Hunde denkt. „Ich kann auch nein sagen“, betont die Braunschweigerin, wenn sie nicht hundertprozentig überzeugt ist, dass ihre Hunde gut unterkommen. Als Züchter habe sie eben eine hohe Verantwortung. „Das ist nichts, um damit das schnelle Geld zu machen“, sagt sie mit Blick auf die schwarzen Schafe in ihrem Metier. Sie muss es nicht. Ihre Schopfhunde sind ihr Leben, aber nicht ihr Haupterwerb. Und sie sind enge Familienmitglieder, die ganz selbstverständlich Sofa und Bett teilen und für die die zierliche Frau und ihr bärenstarker Lebensgefährte sogar ihre Leidenschaft, das Biken, an den Nagel gehängt haben. „Ein Tier ist ein echtes Geschenk“, sind beide fest überzeugt. „Sie geben bedingungslose Liebe und haben ein feines Gespür für Stimmungen.“ Wer Magdalene Sojka einmal kennenlernen möchte: Infos gibt es im Netz unter www.empathie.dog.

Schlägt auch Ihr Herz für Tiere? Haben Sie die treuen Vierbeiner zum Hobby oder gar zum Beruf gemacht? Oder eine ganz besondere Geschichte erlebt? Dann schreiben Sie uns unter nb-redaktion@nb-online.de, Stichwort: „Tierisch beste Freunde“. Wir freuen uns über jede Geschichte – am besten mit Foto.

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