20. März 2021
Sport

Nikoloau: „Unser Gesamtkonstrukt passt aktuell“

Eintracht empfängt Darmstadt 98 – Die Löwen sind seit 419 Minuten ohne Gegentor

Jannis Nikolaou im Spiel gegen Karlsruhe. Foto: Florian Ulrich/imago images

Braunschweig. Nach acht Zählern aus vier Spielen ohne Gegentor können die Löwen heute ab 13 Uhr mit breiter Brust ins Heimspiel gegen Darmstadt 98 gehen. Erneut tritt die Elf von Daniel Meyer gegen einen direkten Konkurrenten an und könnte den Abstand auf die Hessen im Erfolgsfall auf drei Zähler reduzieren.

Vor vier Wochen hatte Jannis Nikolaou eine Serie gefordert, um im Abstiegskampf Boden gut zu machen, und kann nach vier Spielen ohne Niederlage dementsprechend zufrieden sein. „Unser Gesamtkonstrukt passt aktuell“, so der Eintracht-Kapitän, der mit seiner Mannschaft seit 419 Spielminuten ohne Gegentreffer ist. Die stabile Defensive sieht der ehemalige Dresdner als wichtigsten Grund für die Erfolgsserie: „Wenn du zu Null spielst, kannst du nicht verlieren. Dann reicht wie gegen Sandhausen auch mal eine starke individuelle Aktion. Wir sind brutal stabil, das ist aktuell der Schlüssel zum Erfolg.“ Die gute Abwehrbilanz führt Nikolaou vor allem auf die verbesserte Personalsituation zurück: „Zum einen haben wir uns personell verstärkt, man sieht aber auch, dass wir mittlerweile viel eingespielter sind.“ Zu guter Letzt spielt auch die mentale Situation eine große Rolle: „Wenn du in einen Lauf reinkommst, funktionieren gewisse Dinge einfacher. Du legst in den Spielen ein anderes Selbstvertrauen an den Tag.“

Der Lauf soll auch gegen die Lilien bestehen bleiben, die ihrerseits auf zwei Spiele ohne Niederlage zurückblicken. „Es wird ein sehr enges Spiel, gerade wenn zwei Mannschaften aufeinandertreffen, die aktuell einen guten Lauf haben und mit Selbstvertrauen ins Spiel gehen können“, prophezeit der im Zweitliga-Abstiegskampf erfahrene Profi. Das Hinrundenspiel haben die Löwen im November mit 0:4 verloren, im Vergleich zu damals sieht Nikolaou die Blau-Gelben als wesentlich gefestigter an: „Im Hinspiel lief von Anfang an einiges schief, sodass wir relativ schnell auf die Verliererstraße geraten sind. Mittlerweile sind wir eine ganz andere, stabilere Mannschaft.“

Die neu gewonnene Stabilität dürfe auch gegen die offensivstarken Hessen von enormer Bedeutung sein. Zuletzt bewiesen die Löwen jedoch, dass sie stark besetzte Offensivabteilungen wie die von Nürnberg und Karlsruhe erfolgreich unter Kontrolle behalten können: „Die Mannschaften gegen die wir zuletzt gespielt haben besaßen offensiv auch eine hohe Qualität, trotzdem sind wir ohne Gegentor geblieben.“ Gelingt dies gegen Dursun und Co. zum fünften Mal in Serie, würden die Löwen einen weiteren Schritt Weg von der Abstiegszone machen. Trotzdem fordert der Kapitän auf der Hut zu bleiben: „Die Phase wird immer heißer, die Dinge werden oben wie unten entschieden.“

Im Bezug auf den weiteren Saisonverlauf gibt er sich dennoch optimistisch und sieht gute Chancen auf den Klassenverbleib: „Wir haben in den vergangenen Wochen sehr gut gearbeitet und stehen verdient über dem Strich. Diese Position wollen wir verteidigen und ausbauen.“

So könnten sie spielen Fejzic – Klaß (Schlüter), Diakhite, Behrendt, Wiebe – Nikolaou, Wydra – Kroos – Bär (Ji), Proschwitz, Kaufmann.

 

Der Gegner

Abstiegskampf durch Heimschwäche

Zu Weihnachten lag Darmstadt 98 noch im gesicherten Mittelfeld, bevor eine Niederlagenserie das Team wieder in den Abstiegskampf riss. Mit 31 Punkten fehlen der Mannschaft von Trainer Markus Anfang jetzt aber nur noch wenige Zähler zum Klassenerhalt.

Einer besseren Gesamtbilanz den „Lilien“ stand vor allem die Heimschwäche entgegen. Mit sechs Niederlagen am Böllenfalltor gehören die Hessen zu den schwächsten Teams im eigenen Stadion, während auswärts bereits 14 Punkte gesammelt werden konnten. Mit dem umworbenen Serdar Dursun (15 Saisontreffer) hat die viertbeste Offensive der Liga auch den zweitbesten Torschützen in ihren Reihen, mit Tobias Kempe (acht Treffer) außerdem einen der ligaweit torgefährlichsten Mittelfeldspieler.

Achillesferse ist hingegen die Defensive. Mit 43 Gegentreffern kassierte die Anfang-Elf ebenso viele Tore wie die Löwen. Im Winter gaben die Hessen den Ex-Löwen Braydon Manu an den Halleschen FC ab, verpflichteten mit Christian Clemens (Mainz 05), Samuele Campo (FC Basel) und Thomas Isherwood (Östersunds FK) drei neue Spieler.

Auch interessant