Nina meldet sich mit Verspätung | Neue Braunschweiger
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12. September 2020
Politik

Nina meldet sich mit Verspätung

Erster bundesweiter Warntag mit kleinen Tücken ­– Ab sofort wird jedes Jahr geprobt

Ein wenig ratlos warten Oberbürgermeister Ulrich Markurth, Stadtrat Christian Geiger, und Vertreter von Feuerwehr und Hilfsorganisationen auf die Warnmeldung. Foto: Ingeborg Obi-Preuß

Innenstadt. Großer Bahnhof auf dem Burgplatz, zum bundesweit ersten Warntag stehen Oberbürgermeister Ulrich Markurth, Erster Stadtrat Christian Geiger, Feuerwehrchef Torge Malchau sowie jede Menge Kollegen vom THW, der Feuerwehr und anderen Hilfsorganisationen auf dem Burgplatz. Nur Nina fehlt. Die Warnapp des Bundes funktioniert zunächst nicht. Aber nach 30 Minuten läuft alles wie gewünscht.

„So sind die Frauen“, kommentiert der Oberbürgermeister launig das Schweigen der App mit Hinweis auf ihren weiblichen Namen (steht für Notfall-Informations- und Nachrichten-App), „wenn es drauf ankommt, haben sie erst noch irgendetwas vor, müssen noch irgendetwas erledigen.“ Die offizielle Männerrunde jedenfalls steht vor dem aufgestellten Laptop und schaut. Und wartet. Aber Nina schweigt.

„Wir wissen, dass es teilweise geklappt hat“, sagt später eine Sprecherin des Bundesamts für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe (BBK) in Bonn. Teilweise sei es aber auch zu einer Überlastung des modularen Warnsystems gekommen, deshalb habe es Verzögerungen bei der Auslösung gegeben. „Gut, dass wir jetzt einen Warntag haben und dass so eine Panne im Probelauf passiert“, sagt Torge Malchau. Der Leitende Branddirektor verantwortet die Bereiche Feuerwehr, Rettungsdienst und Katastrophenschutz in Braunschweig und ist ein großer Fan von Nina, die seit 2012 in Braunschweig im Einsatz ist. „Zwei- bis dreimal im Jahr warnen wir über die App“, sagt Malchau, „im Brandfall, bei der Entschärfung von Blindgängern oder auch bei Gefahrgutunfällen auf der A2 haben wir Warnungen verschickt.“

Sinn des bundesweiten Warntages, der ab sofort an jedem zweiten Donnerstag im September stattfinden soll, ist auch Werbung für die App. „Die Sicherheitslage in Europa hat sich verändert“, erklärt Geiger, „vor 30 Jahren, als wir alle Sirenen abgebaut haben, haben wir Frieden wie selbstverständlich empfunden. Das sieht heute anders aus.“

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