Noch Luft nach oben bei den Eintracht-Neuzugängen | Neue Braunschweiger
30. Dezember 2020
Sport

Noch Luft nach oben bei den Eintracht-Neuzugängen

Fabio Kaufmann bislang überzeugend - Abdullahi, Klaß und May mit Verletzungspech

Fabio Kaufmann erzielte für die Löwen entscheidende Tore. Foto: imago

Braunschweig. Elf Akteure holten die Löwen nach dem Zweitligaufstieg an die Hamburger Straße. Nach insgesamt 15 Pflichtspielen zieht NB-Mitarbeiter Elmar von Cramon eine Zwischenbilanz

Suleiman Abdullahi (Union Berlin):
Der Angreifer feierte mit seinem Pokaltor gegen Hertha BSC einen fulminanten Einstand, konnte danach, teils verletzungsbedingt, aber keine Akzente mehr setzen. Seine oft unberechenbaren Einzelaktionen kamen im Gegensatz zu seinem früheren Eintracht-Gastspiel noch nicht positiv zum Tragen. Sein Tempo und seine Physis können nur wertvoll werden, wenn er sich taktisch besser ins Team einfügt.

Yassin Ben Balla (MSV Duisburg): Der Ex-Duisburger zeichnete sich durch gutes Zweikampfverhalten, Laufbereitschaft und spielerisches Potenzial aus, tauchte allerdings ab, wenn es für seine Mannschaft nicht gut lief. Besitzt großes Potenzial, agiert taktisch bisweilen aber noch zu undiszipliniert.

Felix Dornebusch (1.FC Nürnberg): Der ehemalige Nürnberger sollte die Torwartposition mit seinen Stärken im Spielaufbau verbessern, was jedoch überhaupt nicht funktionierte. Auch ohne krasse Patzer war der 27-Jährige für seine Vorderleute kein sicherer Rückhalt, wirkte nervös und musste nach mehreren unglücklichen Spielverläufen für Jasmin Fejzic Platz machen.

Fabio Kaufmann (Kickers Würzburg): Als Topscorer von Mitaufsteiger Würzburg geholt tat sich der 28-Jährige bisweilen schwer, versuchte aber auch seine Teamkollegen durch unermüdlichen Einsatzwillen mitzureißen. Präsentierte sich oft als Mann für die entscheidenden Tore, alle seiner vier Scorerpunkte bescherten den Löwen Punkte.

Nico Klaß(RW Oberhausen): Absolvierte eine gute Vorbereitung, obwohl er durch den Frühjahrs-Lockdown seit März ohne Spielpraxis gewesen war. Nach vielversprechendem Start schien er den verletzten Niko Kijewski gut zu ersetzen, erwischte er gegen Regensburg einen rabenschwarzen Tag und war anschließend verletzt.

Felix Kroos (Union Berlin): Der erstligaerfahrene Mittelfeldmann konnte die Erwartungen bislang noch nicht erfüllen. Die fehlende Vorbereitung war ihm zu Saisonbeginn deutlich anzumerken, sodass seine Stärken im Aufbauspiel nicht zum Tragen kamen. Auch sein Zweikampfverhalten wirkte häufig verbesserungswürdig, bei Standards wusste er einige Male zu gefallen. Als Einwechselspieler im DFB-Pokal gegen Dortmund mit einem ansprechenden Auftritt

Njegos Kupusovic (Erzgebirge Aue): Der ehemalige Auer konnte bei seinen Einwechslungen noch keine Akzente setzen. Der Serbe benötigt mehr Spielpraxis um sein Talent zu entwickeln.

Iba May (VfL Wolfsburg II): Der talentierte Mittelfeldmann stand in der Vorsaison auf dem Sprung zu den Wolfsburger Profis. Kam nach seinem Wechsel bislang nur zu Kurzeinsätzen und wurde durch Verletzungen zurückgeworfen. Bewies bei seinem Kurzeinsatz gegen Osnabrück jedoch, dass er mit seiner Physis und Schnelligkeit zukünftig eine wertvolle Alternative im defensiven Mittelfeld sein könnte.

Jannis Nikolaou (Dynamo Dresden): Die halbe Liga war am ehemaligen Dresdener interessiert, der sich bei Eintracht bislang mit Licht und Schatten zeigte. Auf der ungeliebten Innenverteidigerposition präsentierte sich der Zweikampf- und Kopfballstarke Akteur häufig nicht handlungsschnell genug und leistete sich Patzer im Aufbauspiel. Rückt er wieder ins defensive Mittelfeld sollte seine Formkurve nach oben zeigen.

Michael Schultz (Waldhof Mannheim): Als einer der besten Drittliga-Verteidiger nach Braunschweig gekommen, lieferte der Ex-Mannheimer gegen Hertha BSC, Heidenheim und Kiel starke Leistungen ab. Dann warfen ihn zwei unglückliche Auftritte bei den heftigen Pleiten gegen Hannover und Darmstadt meilenweit zurück. Kämpft sich der 27-Jährige aus seinem Leistungsloch, kann der zweikampfstarke Verteidiger in der Restsaison noch eine wichtige Rolle für die Löwen spielen.

Dominik Wydra (Erzgebirge Aue): Einerseits gefiel der Österreicher durch seine gute Passquote, andererseits kam er im Zweikampf häufig einen Schritt zu spät. Als Abwehrorganisator konnte er der unsicheren Eintracht-Defensive oft nicht den nötigen Halt geben, auch das Kapitänsamt beflügelte ihn nicht. Muss aus seinen guten Anlagen deutlich mehr machen.

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