Noten schlechter als im Vorjahr

Fahrradklima-Test: ADFC sieht Auftrag an die Politik

In Gegenrichtung freigegebene Einbahnstraßen – wie hier in der Brabandtstraße – werden von den Radfahrern positiv bewertet.  Foto: Konrad

Braunschweig. Immer mehr Radfahrer müssen sich mit anderen Verkehrsteilnehmern den begrenzten Raum in der Stadt teilen. Dass das nicht immer Zufriedenheit erzeugt, zeigt der jüngste Fahrradklima-Test des Allgemeinen Deutschen Fahrrad-Clubs (ADFC).

Der Fahrradmarkt brummt. Laut Zweirad-Industrie-Verband (ZIV) wurden im Jahr 2018 4,18 Millionen Fahrräder und E-Bikes verkauft. Damit wuchs der Bestand an Fahrrädern auf insgesamt 75,5 Millionen, darunter 4,5 Millionen E-Bikes, so der ZIV.

Die Unzufriedenheit der Radfahrer mit der Infrastruktur wächst ebenfalls. Nach dem jüngst veröffentlichten Fahrradklima-Test ist in 683 bewerteten Städten die Schulnote für die Fahrradfreundlichkeit von 3,81 auf 3,93 gefallen.
Braunschweig belegt unter den Städten der Größenklasse 200 000 bis 500 000 Einwohner den vierten Platz mit einer Note von 3,82 und schneidet damit geringfügig schlechter ab als im Vorjahr.

Insgesamt 170 000 Menschen haben sich an der Umfrage des ADFC beteiligt, allerdings aus eigenem Antrieb, die Daten haben somit nicht den Anspruch, absolut repräsentativ zu sein.
Die Probleme der Radfahrer scheinen aber bundesweit sehr ähnlich zu sein. Parkende Autos auf Radwegen, zu schmale Radwege und vor allem ein fehlendes Sicherheitsgefühl – 81 Prozent der Teilnehmer möchten getrennt vom Autoverkehr Rad fahren.

Positiv gesehen wurden die Erreichbarkeit der Innenstädte, die in Gegenrichtung freigegebenen Einbahnstraßen und die Möglichkeit, zügig Rad fahren zu können.

„Der ADFC Braunschweig versteht das Ergebnis als einen klaren Auftrag der Bürger an die Verantwortlichen in Politik und Verwaltung , dafür zu sorgen, dass in Braunschweig mehr Platz für das Rad geschaffen wird. Dies umzusetzen sollte unter Beteiligung der Bürger erfolgen“, meint Susanne Schroth, Vorsitzende des Kreisverbandes.

Braunschweig habe sich in keiner der abgefragten Kategorien verbessert, die Zeichen stehen derzeit auf Stagnation beziehungsweise Verschlechterung. Diesen Trend gelte es aufzuhalten und umzukehren, so der Kreisverband weiter. Die Zahl derer, die sich am Fahrradklima-Test beteiligt haben, habe sich in der Löwenstadt um 50 Prozent gegenüber dem Vorjahr erhöht. Das zeige, wie wichtig den Braunschweigern das Thema in ihrer Stadt sei.

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