Nur wenig Nachfrage von Eltern | Neue Braunschweiger
2. Juni 2015
Politisches

Nur wenig Nachfrage von Eltern

Stadt stellt städtische Räume für Kinderbetreuung zur Verfügung – und übergeht Gewerkschaft?

Trotz des andauernden Kita-Streiks haben nur wenige Eltern das Angebot genutzt, in städtischen Räumen ihre Kinder in Eigenregie zu beaufsichtigen. Archivfoto: T. A.

Von Marion Korth, 3. Juni 2015.

Nach drei Wochen Kita-Streik gehen manchen Eltern langsam die Geduld und die Urlaubstage aus. Indem die Stadt den Schlüssel für bis zu sieben Betreuungsstätten herausgeben wollte, damit Eltern dort die Kinderbetreuung in eigener Regie organisieren können, musste sich dafür gestern die Sozialdezernentin rechtfertigen. Der Vorwurf: Die Stadt habe sich im Vorfeld nicht genügend mit der Gewerkschaft Verdi über diesen Punkt ausgetauscht.

Dr. Andrea Hanke wies das zurück. Auch habe für eine ordentliche Notdienstvereinbarung mit der Gewerkschaft die rechtliche Grundlage gefehlt, da 15 von 34 städtischen Kitas zu diesem Zeitpunkt geöffnet waren, und somit die kritische Untergrenze noch nicht erreicht war, die zwingend den Abschluss einer solchen Notdienstvereinbarung erforderlich macht. Auch am gestrigen Dienstag hätten rund 1000 Betreuungsplätze in Krippen, Kindergarten und Horten zur Verfügung gestanden.
Ohnehin war die Nachfrage nach Betreuungsräumen eher gering. In der Kasernenstraße seien sechs Kinder von Eltern bis zur Mittagszeit betreut worden, die Kita Peterskamp wird nur für den kommenden Dienstag von Eltern benötigt – sofern der Streik dann noch läuft. „Diese Lösung ist vom Landesjugendamt genehmigt“, sagte Hanke. Die Stadt sehe nicht das Problem des Streikbruchs: „Wir haben eine Verpflichtung den Eltern gegenüber, die wirklich in Not sind.“

Auch interessant