Oberbürgermeister Markurth grüßt zum neuen Jahr | Neue Braunschweiger
2. Januar 2020
Politisches

Oberbürgermeister Markurth grüßt zum neuen Jahr

Stadtoberhaupt blickt zufrieden zurück und optimistisch in die Zukunft: „Gemeinsam haben wir die Herausforderungen gut gemeistert“

Oberbürgermeister Ulrich Markurth. Foto: Stadt

Liebe Braunschweigerinnen und Braunschweiger,

2019 war für unsere Stadt ein erfolgreiches Jahr. Gemeinsam haben wir viele Projekte auf den Weg gebracht, weitergeführt und abgeschlossen.
Ein großes Thema war erneut der Wohnungsbau. Braunschweig ist eine wachsende Stadt, die besonders junge Familien anzieht, weil es sich hier gut leben, wohnen und arbeiten lässt. Wir halten Wort mit der Wohnbauoffensive in Braunschweig und tragen der dynamischen Entwicklung unserer Stadt konsequent Rechnung.

5000 neue Wohnungen bis Ende 2020

Seit 2013 hat die Stadtverwaltung Baurecht für 6100 neue Wohneinheiten geschaffen und damit ihre selbstgesteckten Ziele deutlich übertroffen. Private wie städtische Wohnbauunternehmen ziehen mit: Von 2014 bis 2018 haben sie rund 3000 Wohnungen neu gebaut. Die Chancen stehen gut, dass es bis zum Ende des neuen Jahres 5000 werden.
Ziel unserer Wohnungspolitik bleibt es, das Angebot an preisgünstigem Wohnraum zu sichern und auszubauen. Daher werden wir Bauträger und Investoren in Baugebieten mit Mehrfamilienhäusern auch künftig verpflichten, mindestens 20 Prozent der Wohnungen für Menschen mit geringem Einkommen zu bauen. Und wir lassen nicht nach bei der Planung: Bis Ende 2025 wollen wir Baurecht für noch einmal rund 6000 Wohneinheiten schaffen, bis 2030 für weitere 2000.

Das Wachstum der Stadt wird sich weiter fortsetzen. Wir begleiten es mit dem Ausbau der Infrastruktur. Das gilt insbesondere für Bildung und Erziehung. Wir stehen zu unserem Wort, sanieren und erweitern in großem Umfang Schulen und Kindertagesstätten oder bauen sie neu. Dazu investieren wir erhebliche Summen.

Das ist auch ein Signal an junge Familien, die sich hier niederlassen: Braunschweig bietet gute Bildung. Dabei geht nicht alles auf einmal: Wir haben alle Schulen im Blick, müssen wegen des großen Sanierungsbedarfs jedoch auch Prioritäten setzen.

Gutes Angebot für junge Familien

Erweiterungsbauten für die Grundschulen Lamme, Edith Stein, Comeniusstraße und Isoldestraße wurden begonnen, weitere für das Lessinggymnasium und das Gymnasium Neue Oberschule. Nach Möglichkeit werden Erweiterungen mit Sanierungsmaßnahmen verbunden. Fertiggestellt wurden ein Erweiterungsbau für die Berufsbildenden Schulen V, der Neubau der Kita Schwedenheim und auch die neue Sporthalle an der St.-Ingbert-Straße in Lehndorf, die durch Brandstiftung komplett zerstört worden war.

In die städtebauliche Zukunft weisen die Ergebnisse des Ideenwettbewerbs zum Umfeld des Hauptbahnhofs, das heute mit seinen großflächigen Verkehrsräumen nicht mehr den Anforderungen an eine zukunftsorientierte Stadtentwicklung entspricht. Mit einem öffentlichen Workshop werden wir hier zeitnah, wie auch beim Stadtbahnausbau, informieren und Anregungen für das weitere Verfahren sammeln.

Für das Projekt „Bahnstadt“, Braunschweigs großes, im Integrierten Stadtentwicklungskonzept (ISEK) von den Bürgerinnen und Bürgern miterarbeitetes und vom Land gefördertes Stadtumbauprojekt für den Bereich südöstlich des Hauptbahnhofs, treiben wir die Planung voran. Nicht zuletzt vor dem Hintergrund des Klimawandels verändert sich die Mobilität in Stadt und Region. Mit der Einführung des fünfzehnminütigen Stadttaktes aller Hauptlinien der Verkehrs-GmbH zum Fahrplanwechsel wurde im Herbst ein weiterer Meilenstein für einen attraktiven Nahverkehr in unserer wachsenden Großstadt gesetzt.

Aktuell diskutieren wir mit den Bürgerinnen und Bürgern den Ausbau der Stadtbahntrassen nach Volkmarode sowie Rautheim / Lindenberg. Der vorläufige Ringschluss ist geschafft: Der bei Fußgängern und Radfahrern gleichermaßen beliebte Ringgleisweg entlang der alten Industriegleistrasse führt jetzt auf 22,5 Kilometern mit wenigen Umleitungen einmal rund um die Stadt.

Neues Leben links und rechts des Ringgleises

Das Ringgleis, mittlerweile ein grüner Gürtel um Braunschweigs Kernstadt, ist einmalig in Deutschland und eine Erfolgsgeschichte, die ihresgleichen sucht. Es steht nicht nur für Erholung und klimafreundliche Mobilität, sondern treibt die Stadtentwicklung voran: Links und rechts vom Ringgleis werden Industriebrachen zu Orten zum Leben und Arbeiten, vom ehemaligen Westbahnhof bis zum großen Wohngebiet Nördliches Ringgebiet, Braunschweigs größtem Wohnbauprojekt seit Jahrzehnten.

Das Ringgleis zeigt, wie alte Industrieflächen, die im Wandel der Zeit aufgegeben wurden und jahrzehntelang ungenutzt waren, mit neuem Leben erfüllt werden können. Aktuelle Gewerbeflächen brauchen wir freilich auch, wenn wir die Wirtschaftskraft stärken und langfristig Unternehmen an Braunschweig und die Region binden wollen. Deshalb freue ich mich, dass wir die Möglichkeit eines interkommunalen Gewerbegebiets mit unserer Nachbarstadt Wolfenbüttel prüfen.
Ich bin überzeugt, dass starke interkommunale Kooperationen die Zukunftsfähigkeit unserer Region sichern. Und wir brauchen dringend mehr Flächen, insbesondere für Gewerbe im Mehrschichtbetrieb, Logistik und produzierende Betriebe, wenn wir nicht interessierte Unternehmen ablehnen wollen.

Nach fast zwei Jahrzehnten wurde 2019 eine kulturelle Lücke in Braunschweig endlich geschlossen: Mit dem Soziokulturellen Zentrum bereichert am alten Westbahnhof der lang erwartete Ort für soziale, kulturelle und bildungsrelevante Veranstaltungen die Kulturszene unserer Stadt. Und die bleibt auch im neuen Jahr vielfältig und spannend. Eines der kulturellen Glanzlichter wird der Lichtparcours 2020 sein.
Unser Städtisches Museum wartet mit spannenden neuen Ausstellungen auf – ein herausragendes Beispiel unserer Braunschweiger Museumslandschaft.

Ein besonderes Ereignis im zu Ende gehenden Jahr war die von mir vorgeschlagene Verleihung des Ehrenbürgerrechts an Richard Borek, mit der dessen besondere Verdienste um unsere Stadt gewürdigt wurden.
Verwaltungsintern treiben wir die Prozesse der Verwaltungsmodernisierung und der Haushaltsoptimierung voran, um uns für die Zukunft noch effizienter aufzustellen. Die immer wichtiger und umfangreicher werdenden Aufgaben des Umweltschutzes werden künftig in einem eigenen Dezernat zusammengefasst.

Gemeinsam haben wir die Herausforderungen des zu Ende gehenden Jahres gut gemeistert. Gemeinsam werden wir Braunschweig auch künftig weiter voranbringen.

Ich wünsche Ihnen allen ein gutes, friedliches Neues Jahr 2020!

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