11. März 2014
Aktiv

Offensive „Radtourismus“

Nach jahrelangem Tiefschlaf wird nun ein Masterplan für die Region erarbeitet.

Gemeinsam soll es gelingen: v.l. Manfred Günterberg (Allianz für die Region), Matthias Wunderling-Weilbier (Landesentwicklung), Jens Palandt (ZGB) und Dr. Sven Wöhler (ADFC). Foto: T.A.

Von Martina Jurk, 12.03.2014.

Braunschweig. Beim Radtourismus in der Region gibt es Nachholbedarf. „Wir sind nicht zeitgemäß“, bringt es Manfred Günterberg von der Allianz für die Region auf den Punkt. Das soll sich jetzt ändern.

Um den jahrelangen Tiefschlaf auf diesem Gebiet zu beenden, wird gegenwärtig ein zukunftsweisendes Konzept in Form eines Masterplans erarbeitet. Daran wirken Zweckverband Großraum Braunschweig (ZGB), die Allianz für die Region und der Allgemeine Deutsche Fahrrad-Club (ADFC) Braunschweig mit. Das Ziel ist die Steigerung der Lebensqualität in der Region. Bis Ende des Jahres soll das Konzept vorliegen.
„Zurzeit hapert es an attraktiven Angeboten, an Wegen, die abseits der Bundesstraßen durch Wälder und Wiesen führen“, spricht Manfred Günterberg klare Worte. Es gelte, neue Akzente zu setzen – für die Bewohner der Region, für Touristen und auch für Fachkräfte, die in der Region nicht nur arbeiten, sondern sich auch wohlfühlen sollen. „Wir wollen mehr Menschen aufs Fahrrad bekommen und mehr Touristen in die Region“, beschreibt Jens Palandt, Erster Verbandsrat und Leiter der Abteilung Regionalentwicklung beim ZGB, Sinn und Zweck der gemeinsamen Strategie.
Radfahren wird immer beliebter, und fast jeder zweite Deutsche hält Niedersachsen dafür sehr gut geeignet. Der Anteil des Radverkehrs am Gesamtverkehr wird größer. Beim Radtourismus sind Zuwachsraten im zweistelligen Bereich zu verzeichnen. Alle Beteiligten sind sich einig, den Trend zu nutzen. Der Tourismus und speziell der Radtourismus ist ein nicht zu unterschätzender Wirtschaftsfaktor. Und die Region hat gute Voraussetzungen: landschaftliche Vielfalt, touristische Highlights und ein umfangreiches Freizeitangebot.
„Für ein attraktives Angebot sind Anstrengungen über Städte- und Gemeindegrenzen hinweg notwendig“, betont Matthias Wunderling-Weilbier, Landesbeauftragter für regionale Landesentwicklung, Amt Braunschweig.
Der ADFC Braunschweig hat mit seinem Positionspapier „Förderung des Radtourismus im Großraum Braunschweig“ bereits Vorarbeit für den Masterplan geleistet. Die Verbesserung der Infrastruktur, die bessere Abstimmung der radtouristischen Angebote auf regionaler Ebene, ein gemeinsames regionales Marketing sowie Öffentlichkeitsarbeit werden in dem Papier als dringlichste Handlungsfelder – mit Empfehlungen an die Politik – genannt. Die Stärken der Region vom Harz mit dem Weltkulturerbe Goslar über Braunschweig, Wolfsburg bis zur Lüneburger Heide gilt es, attraktiv miteinander zu vernetzen. Sowohl Leuchtturmangebote als auch eine breite Angebotsvielfalt in der Fläche würden Bestandteile des Masterplans sein, so ADFC-Vorsitzender Dr. Sven Wöhler.
Die Politiker der Region würden hinter der konzertierten Aktion stehen, aber all das koste auch Geld „und geht nur mit der Förderung von Land, Bund und EU“, gibt Jens Palandt zu bedenken. Das Land fördere wegen der Schuldenbremse nur noch Projekte mit regionaler Bedeutung, betont Matthias Wunderling-Weilbier. Der Masterplan Radtourismus hat also gute Chancen.

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