31. Januar 2018
Menschen

Pastor Hermann hat Fallersleben verlassen

Nach 13 Jahren zieht es den Kirchenmann in seine Heimatgemeinde in Uelzen

Von Lotta von Rutenberg.

Fallersleben. „Pastor Holger Hermann kam an jenem Abend nach Fallersleben, als wir den Großbrand in der Sandkämper Straße hatten“, erinnert sich Tim Bastian Freier, Ortsbrandmeister von Fallersleben. Inzwischen sind 13 Jahre vergangen, und der Seelsorger, der die christliche Botschaft bisweilen auch auf unkonventionellen Wegen an die Leute bringt, hat gute Kontakte in Fallersleben geknüpft, und zwar nicht nur zur Feuerwehr. Jetzt hat Hermann die Michaelisgemeinde in der Hoffmannstadt verlassen, er folgt seiner Frau Ute Ravens in seine alte Heimat Verden. Mit einem Gefühl, das er so beschrieb: „Einerseits freue ich mich auf meine neue Aufgabe, aber ich verlasse Fallersleben mit Wehmut.“ Die fühlt auch Kantor Johannes Kruse, der seinen Weggefährten Holger Hermann als großen „Freund der Kirchenmusik“ bezeichnete, „den ich sehr vermissen werde.“
Helga Hinz ist ein „Urgestein“ der lutherischen Michaelis-Gemeinde Fallersleben. „Ich bin hier getauft und konfirmiert worden und habe in dieser Kirche auch geheiratet“ erzählte sie. Von Holger Hermann verabschiedete sie sich mit den Worten: „Schade, dass Sie gehen. Alles Gute für die Zukunft, wir werden Sie vermissen.“ Warum die Sandkämperin dem Theologen nachtrauert, umriss sie mit den Worten: „Er hat alle Generationen erreicht, die Älteren ebenso wie die Jugend.“ Geschafft hat das Holger Hermann, von dem sein katholischer Amtsbruder Oliver Lellek sagt, er sei „äußerst flexibel und spontan“, mit ungewöhnlichen Gottesdienstideen. Die Fallersleber Bürgerkanzel am Buß- und Bettag geht ebenso auf ihn zurück wie ein spezieller Gottesdienst am Valentinstag. Und auch die Leichtathleten des VfB Fallersleben werden Holger Hermann und seine Frau Ute Ravens vermissen. Zum einen haben sie hier ihr jährliches Sportabzeichen gemacht, und zum anderen „haben sie die Verleihungsveranstaltung für das Abzeichen immer mit einem religiösen Impuls begleitet“, erzählt Uwe Ihnken (VfB). Kirchenvorstandsvorsitzender Peter Bauer sagt: „Holger Hermann und Ute Ravens haben große Spuren hinterlassen.“
Auch Wolfsburgs Oberbürgermeister Klaus Mohrs war beim Abschiedsgottesdienst zugegen. „Weil Holger Hermann in unserer Stadt permanent präsent war und Impulse gesetzt hat.“

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