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Pfeifend, zischend und knallend ins neue Jahr

Feuerwerkshersteller und Zoll warnen vor illegal eingeführten Böllern.

Silvester wird es am Himmel bunt. Foto: VPI

28.12.2014.

Braunschweig (mj). Morgen beginnt der Verkauf von Feuerwerkskörpern. Der Verband der pyrotechnischen Industrie (VPI) kündigt auch für diesen Jahreswechsel Neuheiten an.

Erneut sind Feuerwerksbatterien der sprichwörtliche Knaller, dafür werden die Formationen, die diese am Himmel zeichnen, immer ausgefallener. Ob brillante Leuchtblitze oder glitzernde Fontänen, ob goldene Palmen oder bunte Schweifsterne, ob farbintensive Kometen oder fallende Blätter – alles entzündet sich mit der passenden Geräuschkulisse und pfeift, zischt oder knallt dem Himmel entgegen.

Die Mitgliedsunternehmen des VPI tüfteln ständig an Innovationen. Diese beschränken sich allerdings nicht ausschließlich auf neue Effekte, sondern sie versuchen auch die Feuerwerkskörper immer sicherer zu gestalten. Der europäische Gesetzgeber erlaubt seit 2009 eine Effektmenge von bis zu 500 Gramm, wenn verschiedene oder auch gleichartige Einzeleffekte in einer Batterie zusammengefasst werden. Diese sogenannten Batteriefeuerwerke haben den Vorteil, dass sie nur ein einziges Mal entzündet werden müssen bei gleichzeitig maximalem Lichtspektakel am Himmel.

Der Verband rät, die Anleitungen auf den Knallkörpern genauestens zu befolgen – egal ob es sich um das zur Klasse I / Kategorie 1 gehörende Jugendfeuerwerk oder das Batteriefeuerwerk der Klasse II / Kategorie 2 handelt. Auch die sicherste Entwicklung tauge nichts, wenn gegen die Sicherheitsbestimmungen verstoßen werde.

In Deutschland unterliegen alle pyrotechnischen Gegenstände dem Sprengstoffgesetz, das seinen Ursprung in der 1696 erlassenen Brandenburgischen Feuerwerker-Ordnung hat. Der Verbraucher kann sich vor illegal eingeführten Produkten schützen. Jeder Feuerwerkskörper, der geprüft und als sicher befunden wurde, trägt eine Zulassungs- beziehungsweise Registriernummer auf der Verpackung. Bis 2017 gelten zwei Kennzeichnungsvarianten: die Zulassungsnummer der Bundesanstalt für Materialforschung und -prüfung (BAM) oder eine CE-Kennzeichnung mit Registriernummer. Fehlen diese Angaben, sollte man die Finger davon lassen, so der Verband. Zu groß sei die Gefahr, dass es sich um ein illegales und damit für die eigene Gesundheit hochgefährliches Produkt handelt.

Der Zoll stößt bei Einfuhrkontrollen in diesen Tagen vermehrt auf nicht zugelassene Feuerwerkskörper, so kürzlich an der A 2 bei Helmstedt, wo die Beamten des Hauptzollamts Braunschweig in einem Kleintransporter aus Osteuropa ein umfangreiches Sortiment an Pyro-Artikeln fanden.
„Grundsätzlich drohen bei der Einfuhr von illegalem Feuerwerk Geldstrafen, bei schweren Verstößen sogar bis zu drei Jahre Haft. Die beschlagnahmten Feuerwerkskörper werden vernichtet – ein kostspieliger Vorgang, da hierbei besondere Sicherheitsvorschriften zu beachten sind. Diese Kosten sind zusätzlich vom Einführer des illegalen Feuerwerks zu tragen“, erklärt Frank Mauritz, Pressesprecher des Hauptzollamts.

Der Zoll warnt ausdrücklich vor Kauf und Einfuhr von Feuerwerkskörpern aus dem Ausland. Insbesondere das auf Märkten angebotene Feuerwerkssortiment entspreche meist nicht den deutschen Sicherheitsstandards.

„Es gibt genug“

nB fragt Jürgen Beferling, Geschäftsführer Ohlendorf

?Sind Sie schon im Silvesterstress?

!Im Fachgeschäft Ludwig Ohlendorf im Magniviertel haben die Vorbereitungen für den Feuerwerksverkauf bereits vor Weihnachten begonnen. Seit gestern wird das Jugendfeuerwerk verkauft, morgen geht es dann für alle los.

?Was liegt besonders im Trend?

!Besonders das Batteriefeuerwerk ist beliebt. Die Batterien müssen nur einmal gezündet werden und nacheinander kommen immer wieder neue Effekte heraus. Das finden die Leute toll. Wir rechnen mit einem Umsatz von zehn bis 15 000 Euro.

?Müssen die Kunden Angst haben, dass morgen früh schon alles weg ist?

!Bis Mittwoch ist das Angebot ausreichend. Zweimal täglich wird Ware nachgeliefert. Natürlich kann es vorkommen, dass einzelne Produkte, die ganz besonders beliebt sind, vorher ausverkauft sind.

?Die Sicherheit der Feuerwerkskörper steht immer mehr im Vordergrund. Wie achten Sie darauf?

!Wir beziehen nur Ware mit einem Prüfzeichen. Beim Verkaufen führen wir auch Ausweiskontrollen durch. Wer in den hiesigen Geschäften kauft, muss sich keine Sorgen machen. Problematisch kann es werden, wenn man Feuerwerkskörper im Internet oder im Ausland ersteht.

Das Gespräch führte Martina Jurk.

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