Pfiffiger und liebenswerter Kater

Weihnachtsmärchen: ein Mitmachspaß für Kleine und eine nostalgische Erinnerung für Große

Der Kater (Caroline Klütsch) und der König (Wolfram Pfäffle) privat

Innenstadt. Manche Theaterstücke beginnen mit einem Paukenschlag. In diesem Stück sorgt ein donnernder „Furz“ des Erzählers gleich zu Beginn für lautstarkes Gelächter im Zuschauerraum. Die drei kleine Mädchen neben mir kichern verschämt und flüstern miteinander: So was macht man doch nicht!

Rund 50 kleine und einige große Gäste haben sich an diesem Nachmittag vor der Bühne des Theaters im Lindenhof versammelt. Die Allerkleinsten haben die sichersten Plätze – auf dem Schoß von Mama oder Oma. Für die Erwachsenen ist das Weihnachtsmärchen „Der gestiefelte Kater“ eine schöne nostalgische Zeitreise in die eigene Kindheit, für die Kinder ist es ein großer Spaß. Dabei kommt die Inszenierung ohne viel Tamtam und Knalleffekte aus: Kein opulentes Bühnenbild, keine großen technischen Finessen – dafür die guten alten Tricks, die es im Kindertheater schon immer gab und die noch heute funktionieren.

„Eine einfache Geschichte stark erzählt ist oft besser als eine große technische Ausstattung“, erzählt Wolfram Pfäffle, der Regie führt und als Erzähler, König, Koch und Kaufmann mitspielt. Die weiteren Darsteller sind Caroline Klütsch, Lennart-Fabian Müller, Oliver Geilhardt und – außerhalb der Schulzeit – Pfäffles achtjähriger Sohn Paul, der den vorwitzigen Küchenjungen mimt.

Die Kinder werden direkt zum Mitmachen animiert: Sie helfen den Kater zu erschrecken oder den König zu suchen und korrigieren mit wachsender Begeisterung den Erzähler, der ständig etwa falsch versteht. Im Laufe des Nachmittags erleben sie einen pfiffigen Kater, der seinem Herrn, den etwas dösigen Müllersohn zu prachtvollen Kleidern, einem großen Schloss und einer Prinzessin „von unvergleichlicher Schönheit“ verhilft. Sie sehen, wie sich der König mit Rebhühnern nach und nach einen stattlichen Bauch anfuttert und wie der Müllersohn widerwillig im Planschbecken baden geht. Als sich gegen Ende des Stücks der Kater daran macht, den Zauberer um sein Schloss zu bringen, damit der „Herr Graf“ standesgemäß wohnen kann, weiß Emmi (8) schon gleich wie es ausgeht: „Jetzt verwandelt sich der Zauberer in eine Maus und wird vom Kater gefressen.“

Auf die Bühne gebracht wird das Stück vom Verein Lindenblüten – dahinter stecken Robert Glogowski, Antje Maul und Wolfram Pfäffle. Der Verein ist aus dem Kreis der Komödienfreunde hervorgegangen und hat – zusätzlich zum Weihnachtsmärchen – noch weitere Ideen für die Zukunft. Zum Beispiel ein Sommermärchen, dass im August in einem Zelt im Prinzenpark aufgeführt werden soll und die Fortführung eines Theaterprojektes für Schüler und Studenten, für das im Frühjahr ein Casting stattfindet.

Für alle, die vorerst aber noch das Märchen vom gestiefelten Kater als liebenswertes Mitmach-Theater mit flotten Dialogen und lustigen Szenen erleben wollen: Die letzten vier Aufführungen finden im Theater im Lindenhof (Kasernenstraße 20) am 22. Dezember (Samstag) und am 23. Dezember (Sonntag) jeweils um 10 und 15 Uhr statt.

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