Planungen kommen auf Touren | Neue Braunschweiger
5. August 2020
Wirtschaft

Planungen kommen auf Touren

Trotz Corona vorsichtige Zuversicht – Trendsporterlebnis im September soll stattfinden

Das Trendsporterlebnis im September soll stattfinden. BZV-Archiv: Sierigk

Innenstadt. Die letzten beiden für dieses Jahr geplanten Einkaufserlebnisse, jeweils gekoppelt mit einem verkaufsoffenen Sonntag, finden statt – wegen der nach wie vor herrschenden Ansteckungsgefahr mit dem Coronavirus allerdings in kleinerer Form. Das bedeutet grünes Licht für das Trendsporterlebnis am 26. und 27. September sowie die Mummegenussmeile vom 6. bis 8. November.

Darauf haben sich die Stadtverwaltung Braunschweig, die Braunschweig Stadtmarketing GmbH, der Arbeitsausschuss Innenstadt und die Gewerkschaft Verdi geeinigt. Bis zum September ist es nicht mehr lange hin. Daher wird mit Blick auf die aktuell geltenden Verordnungen zum Infektionsschutz der Umfang des Programmes reduziert.

Am Sonntag werden die Geschäfte von 13 bis 18 Uhr geöffnet sein. Die Braunschweig Stadtmarketing GmbH wird Anfang August weitere Informationen zum Ablauf auf ihrer Internetseite www.braunschweig.de/trendsporterlebnis bekanntgeben.
Gute Nachrichten gibt es auch für die Mummegenussmeile, die an drei Tagen im November Besucher in die Innenstadt locken soll.

Beide Veranstaltungen werden unter der Voraussetzung geplant, dass die zu dem jeweiligen Zeitpunkt geltenden Regelungen zur Bekämpfung der Corona-Pandemie die Umsetzung zulassen, teilt die Stadtmarketing GmbH mit.
Die ersten beiden in diesem Jahr geplanten verkaufsoffenen Sonntage standen unter keinem guten Stern. Die Winterkunstzeit im Februar fand ohne verkaufsoffenen Sonntag statt, so hatte seinerzeit das Verwaltungsgericht Braunschweig in einem Eilantrag entschieden. Die Gewerkschaft Verdi hatte geklagt und prüfen lassen, ob das Begleitprogramm eine Sonntagsöffnung rechtfertigt und Anlass genug ist. Als Maßgabe für die drei noch folgenden verkaufsoffenen Sonntage hatten die Streitparteien sich grundsätzlich darauf verständigt, Ladenöffnungen ausschließlich in der Innenstadt zuzulassen.

Trotz dieser Einigung wurde aus dem Modeautofrühling im April nichts. Nachdem die Corona-Pandemie in Frühling zunehmend an Fahrt aufgenommen hatte, sagte die Stadtmarketing GmbH die Veranstaltung im Vorfeld komplett ab.
Zuletzt hatte es Gesprächsrunden auf Landesebene gegeben (die NB berichtete am 22. Juli). Das Ziel: Die Messlatte für den gesetzlich vorgeschriebenen Anlass zu senken und den Gemeinden die Möglichkeit zu geben, bis zu vier verkaufsoffene Sonntage zu genehmigen. Große Messen oder Volksfeste seien wegen der Corona-Pandemie alle ausgefallen, hieß es zur Begründung.

Stimmen: 

AAI-Vorsitzender Olaf Jaeschke: „Die verkaufsoffenen Sonntage sind eine Chance und ein Stück weit Normalität in dieser schwierigen Zeit. So können wir den Besuchern der Stadt zeigen, dass wir gern Gastgeber sind und gleichzeitig für die Händler und Gastronomie Licht am Horizont abbilden.“

Dr. Christos Pantazis, wirtschaftspolitischer Sprecher der SPD, begrüßt die Gespräche auf Landesebene: „Der Kompromiss zeigt, dass die Stärkung des Einzelhandels vor dem Hintergrund der Corona-Pandemie und der Schutz der ArbeitnehmerInnenrechte in keinem fundamentalen Konfliktfeld stehen.“

Eberhard Helmke-Buschbom, Verdi: „Trendsportmeile und Mummegenussmeile waren im Frühjahr Gegenstand eines Antragsverfahrens, das letztendlich mit einem Vergleich vor dem Verwaltungsgericht endete. Darüber hinaus gibt es keine landesweite Einigung mit ver.di. (…)
In Braunschweig gibt es ein Einvernehmen mit den Stadtverantwortlichen und dem entsprechenden Stadtmarketing, dass die Corona-Gefahr noch lange nicht vorbei ist und auch wenn der Wirtschaftsminister das gerne verschweigt, große Menschenansammlungen an verkaufsoffenen Sonntagen mit entsprechendem Festcharakter (als gesetzliche Voraussetzung) sind aus Sicht der oben genannten Braunschweig-Verantwortlichen abzulehnen. Aus diesem Grund gibt es Stand heute (29. Juli Anm. d. Red.) ein Einvernehmen zwischen dem genannten Personenkreis, dass ausschließlich diese beiden Sonntage soweit veränderbar im Angebot sind, dass eine Durchführung zu Corona-Vorgaben machbar ist.
(…) Angesichts der heute veröffentlichten Zahlen des Robert-Koch-Instituts klingt es wie der Aufruf zur Schaffung einer neuen Pandemie, wenn nach mehr Sonntagsöffnungen gerufen wird.“

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