Plastik oder Porzellan – keine Frage | Neue Braunschweiger
9. Januar 2020
Politisches

Plastik oder Porzellan – keine Frage

Dehoga brach beim Neujahrsempfang eine Lanze für Gastlichkeit, Service und Nachhaltigkeit

Oberbürgermeister Ulrich Markurth (l.) gratuliert Ehrenvorsitzendem Eckehard Ossada zur Urkunde, die ihm Bernd Weymann, Vorsitzender den Dehoga-Kreisverbandes Region Braunschweig-Wolfenbüttel, überreicht hat.  Foto: Marion Korth

Innenstadt. Um die Urkunde zu überreichen, die Eckehard Ossada nun auch ganz offiziell zum Ehrenvorsitzenden des Dehoga-Kreisverbandes Region Braunschweig-Wolfenbüttel macht, hatte sich Vorsitzender Bernd Weymann mit dem Neujahrsempfang einen festlichen Rahmen ausgesucht. Mehr geht nicht, um danke zu sagen.

Die Dornse ist Braunschweigs gute Stube, die Zahl der Gäste war beeindruckend. Was in der Stadt Rang und Namen hat, war beim Dehoga-Neujahrsempfang am Montag selbstverständlich dabei. Es war nicht mit einem Satz getan, als Bernd Weymann die Verdienste des Gastwirts Eckehard Ossada für den Deutschen Hotel- und Gaststättenverband Dehoga aufzählte. In verschiedensten Funktionen hatte Ossada sich als Spitzenfunktionär engagiert. Am Montag war er sichtlich gerührt, als Weymann ihn auf die Bühne bat. Vor allem Gesundheit wünschte er den Gästen für das neue Jahr. Oberbürgermeister Ulrich Markurth sieht die Zeit gekommen für mehr Bescheidenheit: „Wir sollten zufriedener sein mit dem, was wir haben.“ Er wünschte sich, dass die Stadtgesellschaft nicht auseinanderbricht und die Menschen sich auf das Gemeinsame besinnen. Das Streiten in der Sache sei trotzdem erlaubt.

Außer Sekt und Selters hatte der Dehoga ein ernsthaftes Anliegen und sammelte an den Stehtischen Unterschriften für eine Petition, um im Bundestag Gehör zu finden. Die Frage „Plastik oder Porzellan?“ ist in diesem Fall keine des guten Geschmacks oder der Esskultur, sondern entscheidet über 7 oder 19 Prozent Mehrwertsteuer. Um in der Konkurrenz mit Fastfoodketten oder Verbrauchermärkten eine Chance zu haben, fordern die Gastwirte Entlastung durch den reduzierten Beitrag. Speziell den Gasthäusern auf dem Land gehe es schlecht, sagte Dehoga-Vorsitzender Weymann. Dem Ziel 50 000 Unterschriften ist der Verband am Montag einen Schritt nähergekommen.

Auch mit Blick auf mehr Nachhaltigkeit geht der Trend zu Porzellan. „Wir wissen kaum wohin mit dem Plastikmüll“, sagte Matthias Fricke, Geschäftsführer von Alba Braunschweig. Es fehle an Wiederaufbereitungskapazitäten. Und auch BS-Energy als Hauptsponsor des Empfangs schlägt neue Wege ein. Ab 2022 soll Energie nicht mehr aus Kohle, sondern aus Altholz gewonnen werden. Mit 220 Millionen Euro gehe es um die größte Investition in der Unternehmensgeschichte, sagte Dr. Volker Lang.

Ein paar Namen aus der Gästeschar: Oberbürgermeister Ulrich Markurth, die Bürgermeisterinnen Annegret Ihbe (SPD) und Anke Kaphammel (CDU), IHK-Präsident Helmut Streiff, Wirtschaftsdezernent Gerold Leppa, Wiezlaw Puzia (Vorsitzender des Arbeitsausschusses Tourismus), Bernd Schroers (Arbeitsausschuss Innenstadt), CDU-Bundestagsabgeordneter Carsten Müller, Hennig Brandes (Regionalverband Großraum Braunschweig), Florian Bernschneider (Arbeitgeberverband). Nicht zu vergessen viele Hoteliers und Gastwirte aus Braunschweig und Wolfenbüttel.

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