„Politik wirkt von der Basis aus“

Mittelstandsvereinigung wirbt gegen Politikverdrossenheit – Mitmachen erwünscht.

Vorstand der MIttelstands- und Wirtschaftsvereinigung der CDU, Kreisverband Braunschweig. Von links: Hans Grobelny, Christel Böwer, Jens Drube, Kreisvorsitzende Sabine Campe, Stellvertreter Oliver Schatta, Antoinette von Gronefeld, Franz A. Böhke. Foto: Karsten Mentasti

Von Ingeborg Obi-Preuß, 27.01.2015.

Braunschweig. Politik lässt sich gestalten. Von der Basis aus. Davon sind die Akteure in der Mittelstandsvereinigung überzeugt. Sie haben gute Beispiele und noch jede Menge vor.

Aktuell brennt dem Mittelstand das Thema Mindestlohn auf den Nägeln. „Ein Bürokratiemonster“, erklärt Oliver Schatta, stellvertretender Kreisgeschäftsführer der Mittelstands- und Wirtschaftsvereinigung (MIT) der CDU in Braunschweig. Allein die geforderte Dokumentation bedeute einen ungeheuren Arbeitsaufwand. Hier wollen die MIT-Netzwerke Nachbesserungen fordern.
„Die Steuerbremse ist ein gutes Beispiel dafür, dass die Ideen der Basis auf Bundesebene ankommen“, sagt Sabine Campe, MIT-Vorsitzende. Mit Hilfe dieser Steuerbremse soll künftig die kalte Progression bekämpft werden. „Der Impuls dazu kam von der Basis“, betont Campe.
Für 2015 haben sich die MIT-Vertreter noch andere Problemfelder vorgenommen: „Das Gründerklima muss sich ändern“, sagt Campe. Allein in der Kreativwirtschaft gebe es viele Freaks mit zum Teil grandiosen Ideen, aber es koste einfach zu viel Mühe, eine Selbstständigkeit anzufangen. „Wir werden gebündeltes Wissen auf einer Plattform zusammentragen und zur Verfügung stellen.“ Dazu wollen sie auf den Gesetzgeber einwirken, um die Krankenkassenbeiträge für Kleinstunternehmer anzupassen. „Seit 2009 gibt es eine Pflichtversicherung, da wird ein Durchschnittseinkommen von 1800 Euro zugrunde gelegt“, erklärt Campe. Das sei nicht fair.
Ein weiteres großes Thema dreht sich rund um die Ausbildung. „Wir kriegen nicht mehr so viele Bewerbungen“, sagt Oliver Schatta, „das heißt, dass wir uns alle noch mehr um den Nachwuchs kümmern müssen.“
Viele Unternehmer würden einfach zu viel voraussetzen. „Sie bilden hochwertig aus und erwarten auch hochwertige Bewerber“, erklärt Schatta und appelliert an die Arbeitgeber, auch schwächeren Absolventen eine Chance zu geben. Er erzählt aus seinem Autohaus von Azubis mit zum Teil schlechten Noten, Schreibschwächen oder familiären Problemen. „Da höre ich genau hin und helfe, wo ich kann. Bislang hat es immer geklappt“, erzählt Schatta. In Arbeitsgruppen zu den einzelnen Themenfeldern wollen sich die Mitglieder der MIT auf die nächste Kommunalwahl vorbereiten. „Jeder Selbstständige ist willkommen, sich einzubringen“ lädt die Vorsitzende ein. Der MIT-Veranstaltungskalender bietet Vorträge, Ausflüge und vieles mehr. Auch Nichtmitglieder sind willkommen, um Anmeldung wird gebeten.
Alle Infos im Internet unter www.mit-braunschweig.de .

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