Politische Bildung im Vorübergehen

Das Aktionsbündnis „Braunschweig fairsteht“ lädt zum Schöpfungstag auf den Kohlmarkt ein

Die Organisatoren des vierten Schöpfungstages (v. l.): Peter Kapp, Manfred Paul, Lars Dedekind, Tanja Mühle, Susanne Schmedt, Denise Steinert und Cornelia Rohse-Paul begeistert die gute Zusammenarbeit aller Beteiligten. Foto: Marion Korth

Innenstadt. Die bundesweite Faire Woche geht in Braunschweig zeitlich und thematisch Hand in Hand mit dem „Braunschweig fairsteht“- Schöpfungstag am 22. September, der ebenfalls den Gedanken des fairen Miteinanders in die Öffentlichkeit tragen möchte. Bei der vierten Neuauflage steht das Thema Arbeit im Mittelpunkt.

Bevor bei den von BZ-Chefredakteur Armin Maus moderierten Podiumsdiskussionen um 12 und 13 Uhr auf dem Kohlmarkt über Digitalisierung, Mindestlohn und Ausbeutung gesprochen und gestritten wird, werden schon ab Montag einzelne Aspekte des Themas im Begleitprogramm  beleuchtet.

Veranstalter ist die Evangelisch-Lutherische Propstei, doch das Besondere an diesem Veranstaltungsformat ist die breite Basis der Beteiligten.

Gewerkschaften, engagierte Bürger, der Steuerungskreis Fairtradestadt, das Haus der Kulturen oder auch Slow Food ziehen an einem Strang, Oberbürgermeister Ulrich Markurth ist der Schirmherr.

Finanzielle Unterstützung kommt unter anderem von der Stadt und der Bürgerstiftung. Schön wäre es, würde die Initiative auch in anderen Städten Nachahmer finden.

„Es geht immer nur um Wirtschaftlichkeit, aber wir wollen, dass es allen Menschen auf der Welt besser geht“, sagt Susanne Schmedt. Die Politik allein könne es nicht richten. Jeder selbst muss Verantwortung übernehmen. Arbeit dürfe nicht gleichbedeutend mit Ausbeutung sein.

„Wer zahlt denn Tariflohn in der Pflege?“ fragte der stellvertretende Propst Peter Kapp beim Pressegespräch in die Runde. „Wir als Kirche.“ Die Frage der gerechten Bezahlung ist keine, die sich nur in ärmeren Ländern stellt.

Oder auf dem Kohlmarkt, wo Besucher beim „Check Dein Shirt“ einmal überprüfen können, welche Auswirkungen die Textilproduktion im Herstellungsland hat.

Dort soll beim Schöpfungstag am Samstag (22. September) von 11 bis 15 Uhr der gesamte Bogen gespannt werden von gesellschaftlichen Herausforderungen wie der Altersarmut bis hin zur Zukunft der Arbeit, für die ein humanoider Roboter steht, mit dem die Ostfalia kommen will.

Und spätestens beim Teller Schöpfungssuppe (garantiert fair und lecker) wird Besuchern der Einstieg in dieses existenzielle Thema schmackhaft gemacht.

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