21. Juli 2018
Kultur

Prosecco-Laune und Spaß in der Fotobox

„Ladies Night“ im Selbstversuch: „Mamma Mia – Here we go again“– eine gelungene Fortsetzung des ABBA-Musicalfilms

Prosecco und gute Laune – selbstverständlich nutzen meine Freundin Jannette und ich auch die Fotobox. Foto: C1

Braunschweig. Was braucht es für einen lustigen Mädelsabend? Richtig: Prosecco, gute Laune und einen schönen Film. Deswegen ist das Konzept „Ladies Night“ auch so erfolgreich. Diesmal zeigt das C1 „Mamma Mia! Here we go again“. Heerscharen von Frauen sind ins Kino unterwegs. Sie kommen zu zweit, in Gruppen, oder treffen sich vor dem Eingang zum gemeinsamen Filmgucken: Küsschen rechts, Küsschen links.

Viele verbinden das Angenehme mit dem Angenehmen: Sie gehen vor dem Event gemeinsam essen. „Geht ihr gleich noch zu Mamma Mia?“, fragt uns die Bedienung in der „Liebeskuh“ neben dem C1. Meine Freundin und ich bejahen und – schwupps – steht ein Glas Sekt vor uns. Einfach nur so. Offenbar freut man sich über so viel gut gelauntes Publikum.
Oben im Foyer hat das Team vom C1 die obligatorische „Ladies Lounge“ eingerichtet. Ein DJ legt die größten Hits der vier Pop-Schweden auf und es wird offenbar schon mitgesungen. Zumindest sehe ich, dass hier und da textsicher zu den Songs die Lippen bewegt werden. Unter den Frauen, die sich in bester Prosecco-Laune eingefunden haben und gleich in vier Kino-Säle strömen, sind alle Altersstufen vertreten. Ich frage die „Lady“, die mir am jüngsten zu sein scheint, ungeniert nach ihrem Alter: „ Zehn!“, verkündet Mathilda strahlend. Sie ist mit ihrer Mama aus Stöckheim gekommen. Glück gehabt, dass gerade Ferien sind…

Vereinzelt haben sich sogar Männer unter die schnatternde Frauenschar gemischt. Ob die ganz freiwillig hier sind? Der Wolfenbütteler Hans-Georg Bender gibt bereitwillig Auskunft: „Ich finde die Musik einfach toll und habe den ersten Film auch gesehen“. Da eine Urlaubsreise geplant sei, wolle er sicherstellen, dass er den Film nicht verpasse. „Ich hab mich einfach meiner Frau, ihrer Freundin und unserer einen Tochter angeschlossen“.
Vor der Fotobox bilden sich lange Schlangen. „Du bist der fünfte ABBA“ lautet das Motto und wer möchte, lässt sich mit Mikrofon, Gitarre und diverser Deko ablichten. Dabei wird man in ein Bandfoto integriert, das später zum Download bereit steht. Ein lustiger Spaß, den alle mitmachen wollen, wir selbstverständlich auch.
Freundinnen, Töchter, Schwestern: Gleich neun „Mädels“ sind gut gelaunt aus Woltorf bei Peine angereist. Wie sich herausstellt, haben sie versehentlich Karten für die Vorstellung in englischer Originalfassung geordert, was allerdings keiner von ihnen den Spaß verdirbt. Im Gegenteil: Es ist ein guter Grund den Musicalfilm gleich noch einmal auf Deutsch zu schauen…

Hatten jede Menge Spaß – sogar in Englisch: Die Ladies aus Woltorf. Foto: Druschke

Ach so: Zum Film sei an dieser Stelle nur so viel verraten – das Konzept „Mamma Mia“ hat auch zehn Jahre nach dem ersten Teil nichts von seinem Charme eingebüßt. Die größten ABBA-Hits, dazu schöne Tanz-Choreographien, tolle Bilder, lustige Szenen: Die Geschichte rund um Sophie (Amanda Seyfried), ihre inzwischen verstorbene Mutter Donna, deren Freundinnen Rosie und Tanya und ihre drei Väter findet eine gelungene Fortsetzung. In der Originalbesetzung des ersten Teils und mit neuen Gesichtern – Lily James spielt die junge Donna und Cher gibt die überkandidelte Diva, die sich ihren Pflichten als Groß- und (oh Schreck!) werdende Urgroßmutter stellen will.
Bei einer Szene werden im Saal kollektiv die Taschentücher herausgekramt. „Ich heul gleich“, flüstert meine Freundin und ich habe auch schon feuchte Augen. Zum Glück gibt es danach noch ein großes Finale: „Super Trouper“ geht der Abend zu Ende und auf der Heimfahrt summe ich immer noch…

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