17. April 2020
Menschen

Puffer gegen Einsamkeit

Die Kaufbar bleibt so gut es geht in Kontakt nach Außen

Die Mitarbeiter der DRK-Kaufbar Ernesto Marin-Bendana, Antje Kämpfe und Juliana Eckloff und im kleinen Foto das Tagesgericht. Foto: DRK kaufbar

Viewegs-Garten. „Heute gibt es vegetarische Kartoffelpuffer an hausgemachtem Apfelmus, dazu Rotkrautsalat“ ­­– auf der Facebookseite der DRK-Kaufbar steht jeden Tag ein besonderes Angebot: „Unser Tagesgericht“, sagt Heike Blümel, die diesen besonderen Ort auch durch die Coronakrise steuert.

„Das geht nur mit meinem wunderbaren Team“, sagt sie. Haupt- und nebenamtliche Mitarbeiter, Freiwillige, Auszubildende, Menschen, die einfach so vorbeikommen und helfen – das Team ist genauso bunt und vielfältig wie die Kaufbar selbst.

Und deshalb sprudeln auch die Ideen, wie die Probleme, die Corona auch hier auslöste, gemildert werden können. Eine davon ist der mobile Mittagstisch: „Das Tagesgericht kann zwischen 12 und 15 Uhr am Kioskfenster direkt an der DRK-KaufBar, an der Helmstedter Straße, abgeholt werden“, sagt Blümel. Verpackt wird das Essen in einer Menübox aus Zuckerrohr und eine ­– natürlich nachhaltige – Tüte gibt es auch dazu.

Um den Lieferservice in Anspruch zu nehmen, wird gebeten, spätestens einen Tag vorher zu bestellen: Entweder per Mail an die Adresse delivery@drk-kaufbar.de, oder zwischen 11 und 14 Uhr unter der KaufBar-Rufnummer 0151/61 54 63 61.

Heike Blümel steuert „ihre“ Kaufbar durch die Coronakrise. Foto: Florian Kleinschmidt/BestPixels.de

Mit ihrem neuen Abhol- und Lieferservice trotzt die Kaufbar der Coronakrise. „Die DRK-KaufBar ist unser Projektraum und Rotkreuz-Wohnzimmer, hier ist Café, Kunst und Soziokultur, Netzwerk und Treffpunkt, hier treffen sich die unterschiedlichsten Menschen, auch ältere und chronisch kranke“, erklärt Heike Blümel, „um diese Menschen und uns alle zu schützen, haben wir sehr schnell drastische Maßnahmen ergreifen müssen, die unser Leben erheblich beeinflussen und die Lebensqualität an einigen Punkten einschränken.“

Einzelfallhilfe, Familienhilfe, Gespräche, Anlaufstelle – die Kaufbar und die Mitarbeiter sind für viele Menschen in Braunschweig ein fester Halt. „Wir versuchen, so gut es geht den Kontakt telefonisch zu halten, wir beraten online oder auch per Mail“, beschreibt Blümel. Als kleine Geste haben sie und ihr Team Wäscheleinen um die Kaufbar gespannt, Grüße hängen daran, ein paar tröstliche Worte, Gedichte. „Wer mag, kann sich etwas mitnehmen, oder etwas hinhängen, oder einfach nur mal reinschauen und lesen“, sagt Blümel.

 

 

Rund um die Kaufbar hängen Wäscheleinen mit Grüßen und tröstlichen Worten. Foto: DRK Kaufbar

Aber – es fehlt nicht nur die Gemeinschaft, es fehlt auch das Geld. „Die Einnahmen aus unserem Gastrobereich sind komplett eingebrochen“, sagt Blümel, „und auch das soziale Kaufhaus ist geschlossen.“ Der Abhol- und Lieferservice hilft da zumindest ein kleines bisschen. Im Internet gibt es auf der Homepage alle Infos über das umfassende Angebot der Kaufbar und auch Möglichkeiten, sich einzubringen.

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