Raffteich: Kräftig an der Hitschraube gedreht | Neue Braunschweiger
17. Juli 2015
Kulturelles

Raffteich: Kräftig an der Hitschraube gedreht

Die Deutschpopper Adel Tawil und Mark Forster begeisterten am Donnerstag auf der Volksbank Brawo Bühne – Heute (20 Uhr) rocken Status Quo.

Sympathischer Zappel-Hipster: Mark Forster.

Von Christoph Matthies, 18.07.2015.

Braunschweig. Man muss nicht einmal ein großer Fan seiner Musik sein, um doch einzugestehen, dass der Sänger und Komponist Adel Tawil ein ausgesprochen gutes Gespür für Ohrwürmer hat. Bei seinem Auftritt im Raffteichbad am Donnerstag lieferten 4000 Zuschauer stimmgewaltig den Beweis, dass Tawils Songs ins Ohr gehen, wo sie sich festsetzen und einen starken Mitsing-Impuls auslösen. Diagnose: Feiner Deutschpop! Die Definition von radiotauglich (im besten Sinne), aber auf der Bühne und mit Liveband eben doch die gewisse Spur rauer, kantiger, härter als aus dem Studio.

Vor Adel Tawil musste aber zunächst einmal Mark Forster beweisen, dass er ein würdiger Support ist. Der polnischstämmige Sänger – mit enger Jeans, Bart, Basecap und Nerd-Brille ein Freund des angesagten Hipster-Looks – machte seine Sache gut und zeigte seinerseits, wie eingängige Popmusik mit Elektro-Anleihen klingen darf. Höhepunkte seiner fast einstündigen Show: die Hits „Flash mich“ und – passend zum Abschluss – der Charts-Kracher „Au Revoir“. Als textsicher erwiesen sich die Braunschweiger schon hier, doch es sollte noch lauter werden.
Dann nämlich kam der Headliner, zuerst groovend, gerne rappend, am liebsten aber beim Zelebrieren seiner melodischen Hymnen. Und davon gibt es – besonders aus seiner Zeit mit Annette Humpe bei Ich+Ich – eine ganze Menge. „Pflaster“, „So soll es bleiben“, „Vom selben Stern“ oder die Solo-Single „Lieder“: Tawil drehte kräftig an der Hitschraube, kredenzte Songs, die es in den zeitgenössischen Deutschpop-Kanon geschafft haben und live durchaus für Gänsehautmomente sorgten. „Ihr seid der Hammer“, bescheinigte der 36-jährige Berliner den Braunschweigern. Und die werden bestimmt gern ans Raffteichbad zurückdenken, wenn sie das nächste Mal einen Tawil-Ohrwurm im Radio hören.

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