17. Mai 2021
Politik

Reha-Zentrum ist beliebt

Das Klinikum will die Räume anders nutzen, Widerstand im Rat

Körper und Geist fit und in Balance: Physiotherapeutin Heike Siebert, Leiterin des Reha-Zentrums Nîmesstraße, erklärt die Faszientherapie bei Arthrose Archivfoto: Jacqueline Arend

Braunschweig. Das Reha-Zentrum an der Nîmesstraße steht vor Veränderungen. Und im Mittelpunkt einer Ratsdiskussion. Annika Naber von den Grünen hatte das Thema auf die Tagesordnung setzen lassen.

„So ein wichtiges Thema an uns vorbei? Das kann doch gar nicht sein“, hatte sie von ihren ersten Gedanken gesprochen. Aber: „Doch, es kann sein“, sagte Naber und wollte von der Verwaltung wissen, wer welche Entscheidungen beim Thema Reha-Zentrum trifft.

Das Klinikum hatte die Öffentlichkeit über eine Pressemitteilung von seinen Plänen unterrichtet. Darin heißt es, „das Klinikum Braunschweig wird im kommenden Jahr die Räumlichkeiten in der Nîmesstraße 1 anders nutzen: Dort wird in das bisherige ambulante Reha-Zentrum der Blutspendedienst des Klinikums und das Sozialpädiatrische Zentrum einziehen… Die gesamte dort angemietete Fläche soll ab Mitte 2022 für die Erweiterung und Neuausrichtung des Blutspendedienstes und des Sozialpädiatrischen Zentrums genutzt werden, um den wachsenden Bedarf an speziellen Blutprodukten besser decken zu können und um der sozialpädiatrischen Versorgung, bei der Familien mittlerweile bis zu 12 Monate auf einen Therapieplatz warten, gerecht zu werden. Der Standort in der Nîmesstraße bietet attraktive Räumlichkeiten für Patienten, Familien und Blutspender… Das Therapiezentrum bleibt in seiner Funktion bis Ende des Jahres erhalten. Ambulante Rehabilitationen erfolgen somit ab 2022 nur noch durch private externe Anbieter.“

Erster Stadtrat Christian Geiger antwortete als Aufsichtsrat des Städtischen Klinikums auf die Anfrage der Grünen: „Wir berichten regelmäßig im Finanzausschuss über die Pläne des Klinikums.“ Die nächste Sitzung sei Anfang Juli, da könnten offene Fragen geklärt werden. Allerdings müsse auch die Stadt als Trägerin auf „warme Zahlen“ achten, das Reha-Zentrum sei seit Jahren wirtschaftlich defizitär, mit der jetzt vorgestellten neuen Nutzung solle wirtschaftlicher Erfolg gesichert werden. Die Argumentation der Klinikums-Geschäftsführung sei vom Aufsichtsrat auf Plausibilität geprüft worden.

Der grüne Ratsherr Helmut Blöcker appellierte an die Verwaltung, nicht nur auf die Plausibilität, sondern „auf die Sinnhaftigkeit“ zu achten. „Ich kenne mich dort seit 2003 sehr gut aus“, sagte er. Zahllose Braunschweiger würden seit Jahrzehnten auf die Fachkompetenz in diesem Zentrum vertrauen, die Professionalität des Personals sei einmalig. „Einige der Mitarbeiter halten Vorträge im Haus der Wissenschaft, für den Wirtschaftsstandort Braunschweig ist das Reha-Zentrum wichtig.“

Auch CDU-Ratsherr Klaus Wendroth sprang beherzt für den Erhalt des Reha-Zentrums in die Bresche. Aus eigener Erfahrung als Patient, als Politiker und Ratsherr. Mit Blick auf den Standort Braunschweig stellte er die Frage: „Sollte das Reha-Zentrum nicht besser beim Klinikum bleiben?“

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