Ostern international: Rote Eier und Altäre voller Blumen | Neue Braunschweiger
21. April 2019
Buntes

Ostern international: Rote Eier und Altäre voller Blumen

In Griechenland ist Ostern der höchste Festtag – Georgios Tatsis: „Ab Rosenmontag beginnt für uns die Fastenzeit“

Am Karfreitag wird in den griechischen Städten und Dörfern der geschmückte Epitaphios – ein kleiner Altar – von vier Männern durch die Straße getragen. Foto: Georgios Tatsis/oh

„Ostern in Griechenland? Da könnte ich stundenlang erzählen!“, warnt Georgios Tatsis vorsorglich am Telefon. Für die griechisch-orthodoxe Kirche ist es der höchste Feiertag. Noch wichtiger als Weihnachten und zutiefst christlich geprägt – heidnische Osterhäschen sucht man in dem südosteuropäischen Land vergeblich.

„Die Osterzeit beginnt für uns am Rosenmontag mit der Fastenzeit“, berichtet Tatsis. 40 Tage lang sind für die Griechen alle tierischen Produkte und Oliven-Öl tabu. In der Karwoche gibt es außerdem jeden Tag eine Messe.
„Selbst Griechen, die nicht mehr regelmäßig in die Kirche gehen, sind dann in dem einen oder anderen Gottesdienst zu finden. Das gehört bei uns zur Tradition – egal, ob man in Athen wohnt oder auf dem Land“, sagt der Vorsitzende.
Spätestens Gründonnerstag steuert das griechische Osterfest dann endgültig auf seinen Höhepunkt zu. „Gleich vorweg – bei uns wird der Donnerstag gar nicht ‘grün’, sonder ‘rot’ genannt“, betont der Vorsitzende. „Wir färben an diesem Tag zum Beispiel die Eier rot. Rot deshalb, weil die Farbe an das Blut Christi erinnern soll.“

In der Nacht zu Karfreitag schmücken die Mädchen und Frauen dann auch den so genannten „Epitaphios“, einen kleinen aber nicht gerade leichten Altar, der einen Tag später von vier starken Männern durch das ganze Dorf getragen wird. An Ostern schließlich nehmen die Griechen ab Mitternacht in den Kirchen das Licht aus Jerusalem in Empfang und tragen es nach Hause. Außerdem endet die Fastenzeit: Gleich nach der mitternächtlichen Messe werden die Eier gegessen, um ein Uhr nachts dann auch eine nicht gerade leicht verdauliche Suppe – die Magiritsa – und am Ostersonntag ein komplettes Lamm. „Nach 40 Tagen fasten liegt so manchem Griechen das Osteressen auf dem Magen“, weiß Tatsis aus Erfahrung.

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