24. September 2019
Sport

Rugby verbindet über Grenzen hinweg

Das Training, das von den Rugby-Löwen angeboten wird, findet seit Mitte August im Rahmen des Projektes „BürgerSport im Park“ statt

Die Brüder Farid, Walid und Zyad (von links) trainieren das Wechselspiel auf dem Braunschweiger Löwenwall. Foto: Lüer

Altewiek. „Ready – go!“ Walid wirft den Ball, Zyad fängt ihn und Farid rennt auf den Trainer zu. Der rammt ihm das Polster in die Schulter, checkt ihn um. „Super! Genau so, keine Angst vor Kontakt!“ Der 15-Jährige, der vor drei Jahren aus dem Irak nach Braunschweig gekommen ist, spielt Rugby auf dem Löwenwall. Coach Hans-Herbert Wiegandt, den alle nur „Spitze“ nennen, ist stolz auf seine Schützlinge: „Die drei haben richtig Talent und großes Potenzial.“

Das Training, das von den Rugby-Löwen Braunschweig angeboten wird, findet seit Mitte August im Rahmen des Projektes „BürgerSport im Park“ statt, Initiatoren sind die Bürgerstiftung Braunschweig sowie der Stadtsportbund Braunschweig. Das offene und kostenlose Bewegungsangebot, das den öffentlichen Raum als Sportfläche nutzt, ist für jedermann von klein bis groß, jung bis alt offen. „Rugby haben wir erst hier in Deutschland gelernt. Es macht mir unglaublich viel Spaß und ich freue mich, dass ich hier die Möglichkeit habe, im Team zu trainieren“, sagt Zyad.

Rugby gilt als eine der schnellsten Mannschaftssportarten der Welt, ist ein Mix aus Fußball, Football und Handball. Im Tackling oder Gedränge geht es zwar knüppelhart zur Sache, aber gerade deswegen muss Fairness eine extrem große Rolle spielen. „Rugby ist ja sehr bekannt für Respekt gegenüber den Mitspielern, gegenüber den Gegnern, ein respektvolles Miteinander sozusagen. Und das wollen wir auch über das Training den Spielern vermitteln“, sagt „Spitze“ Wiegandt.

Miteinander Sport treiben, in den athletischen Wettkampf treten, nichts verbindet schneller. In „Spitze“ Wiegandts Team, in dem Migranten zusammen mit Deutschen spielen, sind sprachliche Barrieren nebensächlich.

„Unsere ‘BürgerSport’-Mannschaft setzt sich aus sechs verschiedenen Nationen zusammen – hier wird manchmal mit Händen und Füßen kommuniziert“, erklärt er und betont: „Es funktioniert.“

Gerade für die Bewohner der Landesaufnahmebehörde, Standort Braunschweig, die sich ab und zu am Training beteiligen, kann das eine Chance sein. Die Sportstunde sorgt nicht nur für Abwechslung im meist eintönigen Alltag, sondern kann auch Brücken für die Integration bauen. „Rugby ist Eingliederung, fördert Spracherwerb, stärkt das Selbstvertrauen und: man findet neue Freunde“, macht Spitze Wiegandt deutlich.

Für ihn sei jetzt vor allem wichtig, dass die Randsportart Rugby mehr wahrgenommen wird und sich der eine oder andere fragt: „Was machen die da auf dem Löwenwall und wie kann ich Teil der Gruppe werden?“

Die nächste Gelegenheit für ein Schnuppertraining ist am kommenden Freitag, 27. September, von 16 bis 17 Uhr. Der Treffpunkt ist auf dem Löwenwall am Obelisken. Weitere Informationen und Details gibt es unter der Telefonnummer 0173/2 12 40 77 oder per E-Mail an rugby-loewen-braunschweig@web.de.

Auch interessant